Sachsenburg - Grau und stumm ragt der seit Jahrzehnten leer stehende Fabrikbau der alten Spinnerei von Sachsenburg in den trüben Himmel. Die träge dahinfließende Zschopau macht hier einen eleganten Bogen, als wollte sie der kleinen Flussinsel, auf der das Gebäude steht, ausweichen. Ein Teil des Flusswassers wird jedoch durch einen Stichkanal in das Innere der Fabrik abgeleitet, wo es Turbinen eines kleinen Elektrizitätswerkes antreibt. Das Dröhnen der Anlage vernimmt man gedämpft im ganzen Gebäude. „Wenn Sie in den alten Produktionssälen der Fabrik still stehen, spüren Sie auch die Bewegung der Turbinen“, sagt Frankenbergs Bürgermeister Thomas Firmenich. „Das ganze Haus vibriert. Es kommt nie zur Ruhe.“

Dass der graue Bau im mittelsächsischen Zschopautal nicht zur Ruhe kommt, mag auch an den Geistern der Vergangenheit liegen. Denn die Spinnerei von Sachsenburg war einmal ein Konzentrationslager. Eines der ersten in Deutschland nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten und das größte und bedeutendste in Sachsen.

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