Der Virologe Christian Drosten.
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BerlinDeutschlands Chef-Virologe Christian Drosten ist aus der Sommerpause zurück. Jetzt heißt es wieder, genau hinzuhören. Als Belohnung gibt es dafür aber immer auch einen Lerneffekt.

Da befinden wir uns seit sechs Monaten in der Pandemie, aber der Unterschied zwischen Isolation und Quarantäne war wohl den wenigsten von uns geläufig. Für den Laien heißt beides im Klartext ohnehin: zu Hause bleiben. Und nicht zwischendrin mal Zahnpasta kaufen gehen wie Fußballtrainer Heiko Herrlich.

In seinem neuen Podcast machte Professor Drosten nun all jenen Hoffnung, die am Wochenende auf eine Feier gehen und am Montag dann ein Verdachtsfall sind, weil einer den Virus mitbrachte. Dann hieß es bisher immer: zwei Wochen lang zu Hause bleiben. Leute auf Verdacht zu isolieren, sei aber nicht einfach, so Drosten. Er schlägt daher eine Verkürzung der Zeit vor: auf fünf Tage, und das ganz offensichtlich unter großen Bauchschmerzen. Im Podcast spricht er davon, dass er damit „bis an die Schmerzgrenze der Epidemiologie“ gehe.

Trotzdem haben wir wohl zu früh gejubelt, denn am Freitag schob der Charité-Virologe eine Erläuterung nach. Und nun geht es nicht mehr um die Quarantäne von Verdachtsfällen, sondern um die Isolation von Infizierten. Drosten will Letztere verkürzen.

Jetzt aber sind wir vollends verwirrt. Infizierte dürfen schneller wieder raus als vielleicht Infizierte? Die Wahrheit ist: Das war vorher schon so. Isolation dauert zehn, die Quarantäne 14 Tage. Drosten sagt aber selbst, es sei „eine steile These, dass man sagt, nach fünf Tagen ist eigentlich die Infektiosität vorbei“. Die steile These wird jetzt erst mal wissenschaftlich überprüft. Solange wir nicht mehr wissen, machen wir weiter mit AHA: Abstand halten, Hygiene einhalten, Alltagsmasken tragen. Das gilt schon die gesamte Pandemie und bleibt weiter wichtig. Irgendwie beruhigend.