Berlin - Sollte es wirklich so einfach sein? Ein Wahlprogramm, das vielen vieles verspricht, ohne dabei allzu genau zu werden. Ein Führungsduo, dass sich gutgelaunt und einig präsentiert. Und vor allem die Betonung, dass die Wähler bei der Union wissen, was sie haben. Sollte diese fade Mischung wirklich zum Wahlsieg reichen?

Wenn man Armin Laschet und Markus Söder zuhört und -sieht, bekommt man den Eindruck, dass die beiden wirklich der Meinung sind, dass Altbewährtes in Deutschland immer den Vorzug vor dem Neuen, Unbekannten erhält. Auch dann, wenn sich das Altbewährte  bereits als reichlich abgenutzt erwiesen hat.

Die Devise, die der CDU-Chef und sein Amtskollege von der CSU am Montag ausgaben, klang im Grunde wie die Quadratur des Kreises. Ja, es muss sich vieles ändern, aber keine Sorge, wir sind’s ja, also wird’s schon nicht so schlimm werden. Das versuchten die beiden bei der Vorstellung des Wahlprogramms zu vermitteln. Es hätte nicht viel gefehlt, und der Merkel Wahlspruch „Sie kennen mich“ wäre aus der Mottenkiste geholt worden. Stattdessen hieß es „Sicherheit und Zusammenhalt im Wandel.“ Man könnte auch sagen: Vorwärtsfahren im Rückwärtsgang.

Das Programm der Union hat durchaus seine Stärken, zum Beispiel dort, wo von der dringend  notwendigen Modernisierung des Staates die Rede ist. Doch die – mindestens! – ebenso dringende Klimawende wird nur sehr vage angesprochen. Deutschland soll 2045 ein klimaneutrales Industrieland sein? Ein schönes Ziel, aber es wird offenbar mit ein paar revolutionären Erfindungen erreicht, die dann schon rechtzeitig gemacht werden.

Man hat die Grünen ja oft als weltfremde Klimapolitiker kritisiert. Das, was die Union anbietet, ist genau das – ein fröhliches Hoffen auf bessere Zeiten. Wenn das für den Wahlsieg reicht, haben wir es alle nicht besser verdient.