BerlinAm Freitag meldete das Robert-Koch-Institut 592 neue Corona-Todesfälle. So viele Menschen mit einer Covid-Infektion sind in Deutschland bisher noch nie an einem Tag gestorben. Die Zahlen der Toten steigen jetzt ähnlich stark wie die der infizierten Menschen. „Die Lage ist besorgniserregend. Wir haben immer mehr schwere Verläufe. Todesfälle nehmen zu wie auch Langzeitfolgen“, sagte der Chef des Robert-Koch-Instituts in der vergangenen Woche. Mit Blick auf Weihnachten rechnet er mit weiter steigenden Infektionszahlen, mehr Toten und empfiehlt ausschließlich virtuelle Feiern.

Die dramatische Lage ist erwartbar gewesen. Seit Mitte September sterben jede Woche deutlich mehr Menschen an Covid-19, als in der Woche zuvor. Umso erstaunlicher ist es, dass dies bisher in der öffentlichen Wahrnehmung nur eine untergeordnete Rolle gespielt hat. Dabei ist die tägliche Zählung der Toten an sich schon ein erschreckender Vorgang. Die grausige Routine bleibt allerdings technisch und abstrakt. Man begreift nicht, dass sich hinter diesen Chiffren einzelne Menschen verbergen, die sterben. Jeden Tag. Mehr als 21.000 sind es bisher. Die Zahl einer Kleinstadt. Und man bekommt doch auf diese Weise kein Gefühl dafür.

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