Am Montag treffen sie sich auf dem Ukraine-Gipfel, die Beziehungen sind jedoch wegen ein Auftragsmord in Berlin angespannt. 
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ParisBrandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke wirbt für eine Wiederannäherung zwischen Russland und der Europäischen Union. „Wir sollten uns in die Augen sehen und reden. Es muss wieder eine Vertrauensbasis entstehen können“, sagte der SPD-Politiker der Berliner Zeitung (Redaktionsnetzwerk Deutschland). „Mit Vorwürfen aufgerüstet funktioniert das nicht“, betonte Woidke vor dem Ukraine-Gipfel an diesem Montag in Paris.

„Europa und die USA brauchen möglichst viel Dialog mit Russland. Das gilt gerade auch nach der Aufkündigung des INF-Vertrags“, sagte Woidke mit Blick auf das von den USA für beendet erklärte Abkommen, das die Stationierung atomarer Mittelstreckenraketen verbietet. „Es ist gut, dass es wieder die Möglichkeit zum Dialog im Nato-Russland-Rat oder im Europarat gibt“, ergänzte er.

Zudem sprach sich Woidke für eine Rückehr Russlands in den Kreis der G8-Staaten aus. „Es wäre gut, wenn Russland die Voraussetzung für eine Rückkehr schafft. Russland gehört dazu – auch in unserem Interesse“, sagte er. Entscheidend dafür sei „ein sichtbarer Beginn bei der Umsetzung der Minsker Vereinbarung“. Diese sieht eine Deeskalation und Befriedung des seit 2014 in der Ost-Ukraine herrschenden Kriegs vor. An dem Pariser Treffen nehmen am Montag Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron, die Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie der russische Präsident Wladimir Putin und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj teil.

Überschattet wird der Gipfel von der diplomatischen Krise zwischen Deutschland und Russland nach der Ausweisung zweier russischer Diplomaten im Zusammenhang mit dem mutmaßlichen Auftragsmord an einem Georgier in Berlin. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) sagte der Bild-Zeitung, die Bundesregierung werde über „weitere Reaktionen beraten und entscheiden müssen“. Russland müsse jetzt endlich seinen Beitrag zur Aufklärung des Verbrechens leisten.