Ist mehr Kontrolle die Lösung?

Während es für Vorgesetze leicht zu kontrollieren sei, ob Anfragen von Mitarbeitern überhaupt beantwortet werden, sei die Qualität dieser Antworten schwerer zu überprüfen. Deswegen ist Rink überzeugt, dass die Forschung nicht bloß darauf achten darf, ob überhaupt auf Anfragen reagiert wird, was bisher oft  Standard sei. „Entscheidet ist doch, wie geantwortet wird und welchen Inhalt die Antwort hat.“

Anfragen anonymisieren

Die Lösung ist also schlicht mehr Kontrolle? „Die Daumenschrauben bei den Mitarbeitern anzuziehen, finde ich nicht besonders sinnvoll“, sagt Rink. Die Jobcenter stünden ohnehin bereits in der Kritik, weil die Sachbearbeiter dort unter Druck seien. Ein möglicher Ausweg wäre, Anfragen zu anonymisieren.

Wichtig ist aus Rinks Sicht, dass in den Jobcentern über das Problem gesprochen wird.

Die Hinweise, „dass Personen mit türkischen oder rumänischen Namen weniger detailliert oder falsch informiert werden, nehmen wir ernst“, sagt ein Sprecher der Bundesagentur für Arbeit (BA) auf Anfrage. Man habe in den letzten Jahren die „Anstrengungen forciert“, Mitarbeiter zu schulen, um Diskriminierungen vorzubeugen: „Antidiskriminierung ist in den Führungsrundsätzen der BA verankert und ist Gegenstand von Mitarbeiterbeurteilungen.“

Zudem werde schon seit längerem auf die Diversität der Belegschaft geachtet. So hätten rund 16,3 Prozent der Jobcenter-Mitarbeiter einen Migrationshintergrund, erklärt der Sprecher. Menschen, die das Gefühl haben, diskriminiert zu werden, könnten sich mit einer Beschwerde an die Geschäftsführung oder eine Führungskraft wenden.