Die Universität Heidelberg hat den Widerspruch der FDP-Politikerin Silvana Koch-Mehrin gegen den Entzug ihres Doktortitels zurückgewiesen. Der entsprechende Beschluss wurde der Europapolitikerin am Donnerstag über ihre Anwälte mitgeteilt, wie die Uni am Freitag erklärte. Koch-Mehrin stehe nun der Rechtsweg offen.

Koch-Mehrin hatte nach Universitätsangaben am 15. Juli Widerspruch gegen den Entzug des Titels eingereicht und dies am 18. Oktober inhaltlich begründet. Daraufhin befasste sich demnach der Promotionsausschuss erneut mit dem Fall und entschied „nach sorgfaltiger Prüfung“, an der Aberkennung des Doktortitels festzuhalten. Die endgültige Entscheidung über den Widerspruch wurde der Hochschule zufolge jetzt abschließend im Rektorat der Universität Heidelberg getroffen.

Arbeit besteht "in substantiellen Teilen" aus Plagiaten

Der Promotionsausschuss der Philosophischen Fakultät hatte der Politikerin im Juni den Doktortitel entzogen, weil ihre Dissertation „in substantiellen Teilen“ aus Plagiaten bestehe. Die FDP-Europapolitikerin hatte die Doktorarbeit zum Thema „Historische Währungsunion zwischen Wirtschaft und Politik: Die Lateinische Münzunion 1865 - 1927“ im Jahr 2000 vorgelegt.

Koch-Mehrin war im Zuge der öffentlichen Debatte über ihre Doktorarbeit als Vorsitzende der FDP im Europäischen Parlament und als Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments zurückgetreten.

(afp)