Köln - Wer nach Washington schaut, kneift reflexartig die Augen zu. So grell ist das Licht von der politischen Showbühne, dass es schmerzt. Auch am ersten vermeintlich normalen Arbeitstag des neuen US-Präsidenten überschlagen sich die Nachrichten von Nebensächlichem, wird das Beiwerk zur Sensation, gibt jede Regung Trumps Anlass zur Erregung, so auch – wie schon oft – sein Umgang mit den Medien.

Lauter, größer, massiver

Trump verkörpert vieles, was wir von Amerika kennen oder zu kennen glauben – nur im Extrem: Alles ist lauter, größer und massiver bis zur Karikatur. Im Land der XXL-Portionen und -Konfektionsmaße sind jetzt offenbar auch die politische Routine und ihre Alltagskonflikte nur noch in Übergrößen anzugeben.

Trump zieht die Blicke auf sich und macht es leicht, sie von Europa abzuwenden. Dabei gäbe es hier manches zu entdecken, was Trumps Welt im verkleinerten Maßstab gleicht. Als sich die europäische Rechte jetzt in Koblenz versammelte, wurden Trumps Kernthemen traktiert und variiert – das betont nationalstaatliche Denken ebenso wie eine protektionistische Wirtschaftspolitik. Anders als Trump sind Europas Rechtsparteien nicht im XXL-Format angetreten, doch wie der US-Präsident streben auch sie an die Macht. Ein veritabler politischer Faktor sind sie längst geworden.