Berlin - Donald Trump bereist den Nahen Osten, und man muss sagen: So sieht es also aus, wenn Ahnungslosigkeit auf eine komplexe Gemengelage trifft. Der neue US-Präsident meint offenbar ernsthaft, er könne als Waffenhändler in Saudi-Arabien und gleichzeitig als Friedensstifter in Israel/Palästina auftreten. Innenpolitisch ist es vielleicht hilfreich für Trump, wenn er den US-Rüstungsunternehmen Aufträge verschafft. Geopolitisch schlägt er aber einen Kurs ein, der stracks in die Vergangenheit führt.

Der Nahe Osten braucht nicht mehr Waffen. Er braucht politische Lösungen, die sich mit Raketen und Panzern allerdings nicht erreichen lassen. Es wird auch nichts helfen, mit dem Finger auf den Iran zu zeigen und dort das Böse zu lokalisieren. Der Iran trägt zu wenig zur Befriedung der Region bei. Doch die Saudis als Friedensengel zu umschmeicheln, ist ebenso falsch wie es gefährlich ist, ihnen die Waffen zu liefern, die sie gegen die eigene Bevölkerung einsetzen könnten. Und in Israel von der Notwendigkeit des Friedens zu reden, ist wohlfeil.

Außenpolitik ist mehr als das Reden vom Frieden und die Beteiligung an Schwerttänzen im Wüstenpalast. Doch Trump scheint zu mehr nicht fähig zu sein. Er hat keine neuen Ideen, wie sich die Konflikte in einer der gefährlichsten Regionen dieser Welt befrieden ließen. Der Präsident selbst verhält sich wie jemand, der einen Hammer in der Hand hält. Für den sieht auch jedes Problem wie ein Nagel aus.