Stockholm - Schweden ist seit Jahrzehnten eines der attraktivsten Ziele für Zuwanderer aus anderen Staaten. Nach Angaben der Ausländerbehörde des Landes beantragen rund 160.000 Menschen jährlich eine Erlaubnis, dort zu arbeiten, zu studieren oder sich aufzuhalten. Hinzu kommen noch diejenigen, die Asyl beantragen.

Schweden nahm 2015 nach Deutschland die meisten Flüchtlinge innerhalb der Europäischen Union auf. Knapp 163.000 Menschen stellten dort einen Asylantrag, von denen rund 70 Prozent aus Syrien, Afghanistan und dem Irak stammten. Der Höhepunkt war mit etwa 39.000 Anträgen im Oktober erreicht.

Seitdem geht der Zuzug zurück: Im gesamten Jahr 2016 bemühten sich knapp 29.000 Menschen um Asyl. Im Januar 2017 waren es mit 1976 so wenige wie seit Juni 2011 nicht mehr.

Grenzkontrollen seit mehr als einem Jahr

Einerseits zeigen das EU-Abkommen mit der Türkei und die geschlossene Balkanroute ihre Wirkung. Andererseits gab es nationale Gegenmaßnahmen: Schweden überwacht seit Januar 2016 seine Grenzen. Wer auf Fähren, mit Bussen, Autos oder der Bahn in das Land reist, muss mit Passkontrollen rechnen. Auf der Öresundbrücke wird mit Wärmekameras nach Flüchtlingen gesucht.

Zudem schränkt seit Mitte 2016 ein Gesetz die Möglichkeit für eine Aufenthaltserlaubnis ein. Auch das Recht auf Familienzusammenführung ist begrenzt worden. Nachdem Schweden zuvor eines der liberalsten Asylrechte hatte, folgt die rot-grüne Regierung in Stockholm in der Flüchtlingspolitik nun vorübergehend EU-Minimalstandards. (dpa)