Washington - Es sind Zeugnisse der Zeitgeschichte: Schriftstücke, die ein US-Präsident anfertigt, annotiert oder unterzeichnet, dürfen nicht vernichtet werden. So will es der Presidential Record Act. Das Gesetz besagt, dass jede Korrespondenz eines Präsidenten für die Nachwelt archiviert werden muss. Geschieht dies nicht, ist das ein Verstoß gegen das Gesetz.

Einem Bericht des Polit-Magazins „Politico“ zufolge, nimmt US-Präsident Donald Trump es mit diesem Gesetz jedoch nicht allzu genau. Das Problem: Trump habe die Angewohnheit, Schriftstücke in Schnipsel zu reißen, wenn er mit ihnen fertig ist. Damit er damit nicht gegen das Gesetz verstößt, sammeln dem Bericht nach Mitarbeiter regelmäßig die Schnipsel auf, kleben sie wieder zusammen und geben sie weiter, damit sie archiviert werden können.

„Wie ein Puzzle“

Diese Praxis sei Gang und Gäbe, offenbarten zwei ehemalige Regierungsmitarbeiter dem Magazin. Sie selbst hätten regelmäßig mit Tesafilm bewaffnet riesige Haufen von Papier durchwühlen müssen, um passende Fetzen dann wieder zusammenzusetzen „wie ein Puzzle“. Es habe sich wie die „niedrigste Form von Arbeit“ angefühlt.

Zwar hätten Trumps Mitarbeiter versucht, ihn davon abzuhalten, Papier zu zerreißen. Alle Versuche seien jedoch gescheitert.

Also sei kurz nach Trumps Amtsantritt eine komplette Abteilung eingerichtet worden, um täglich alle Schnipsel aus dem Oval Office und Trumps privaten Räumen zu sammeln, wieder zusammenzusetzen und an die National Archives weiterzugeben. Unter dem gesammelten Papier seien zum Beispiel bekritzelte Zeitungen, Einladung, Briefe von Abgeordneten und sogar der Brief eines Senatoren gewesen. (red)