Washington - Die filmreife Szene wurde live in die amerikanischen Wohnzimmer übertragen. Kaum hatte Donald Trump in paternalistischer Art seine beiden Gäste im Oval Office begrüßt, provozierte ihn Nancy Pelosi mit einer gezielten Spitze. „Danke, Herr Präsident“, erwiderte die oberste Demokratin im Repräsentantenhaus scheinbar artig, um hinzuzusetzen: „Das amerikanische Volk ist überzeugt, dass es keine Trump-Haushaltssperre geben soll.“ Der Präsident empörte sich, ein heftiger Schlagabtausch vor laufenden Kameras folgte. „Wenn man sich auf einen Pipi-Wettbewerb mit einem Stinktier einlässt, wird man überall mit Pipi vollgespritzt“, erklärte Pelosi anschließend.

Wer sich bislang Illusionen über eine freundliche Zusammenarbeit von Trump mit den nach den Zwischenwahlen erstarkten Demokraten gemacht hatte, der wurde am Dienstag auf den Boden der Tatsachen geholt. Die erste Begegnung zwischen dem Präsidenten und Pelosi, der mutmaßlichen neuen Sprecherin des Repräsentantenhauses, sowie ihrem Parteifreund Chuck Schumer, die die Demokraten-Fraktion im Senat leitet, verlief angespannt bis feindselig. Beide Seiten waren erkennbar mehr an der öffentlichen Wirkung als an Kompromissen interessiert.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.