Douglas Macgregor (2. v. li.) in einer Besprechung.
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Die Besetzung von diplomatischen Positionen ist für US-Präsident Donald Trump in der Regel ein Geduldspiel: Die Demokraten blockieren seine Kandidaten oft jahrelang. Nominierungen haben daher oft eher symbolischen Charakter, weil nicht klar ist, ob der Nominierte seinen Job jemals antreten wird. Ein solches Schicksal könnte auch den Mann erteilen, der nach Trumps Vorstellungen neuer US-Botschafter in Berlin werden soll.

Douglas Macgregor, ein pensionierter Oberst und Veteran des ersten Irak-Krieges, soll Nachfolger von Richard Grenell werden, der sein Amt im Juni aufgegeben hat und zwischenzeitlich als Geheimdienstkoordinator in Washington wirkte. Macgregor ist zuletzt wie sein Vorgänger als konservativer Kommentator beim TV-Sender Fox News aufgefallen.

Anders als Grenell verfügt er aber über profunde Kenntnisse in der Außen- und Sicherheitspolitik. Er hat mehrere Bücher über Militärstrategie geschrieben, darunter sogar eines 1989 unter dem Titel „Die sowjetisch-ostdeutsche Militärallianz“. Nach dem Ausscheiden aus der Armee 2004 gründete der Absolvent der angesehenen Militärakademie West Point ein Beratungsunternehmen für Verteidigungs- und Außenpolitik. Macgregor hat nach US-Medienberichten in Militärkreisen einen Ruf als Querdenker, der gern die offizielle Linie in Frage stellt. Unter anderem hat er immer wieder kritisiert, dass niemand aus der militärischen Führung für das Scheitern ihrer Strategien im Irak- und im Afghanistankrieg zur Verantwortung gezogen wurde. Mit Trump verbindet ihn seine Abneigung gegen weitere große Militäreinsätze amerikanischer Streitkräfte im Ausland. So forderte er in diesem Jahr den vollständigen Abzug aus Syrien und dem Irak. Auf jeden Fall bekäme die Bundesregierung in ihm einen Gesprächspartner, der sachkundig und erfahren ist. Anders als Grenell ist Macgregor trotz seiner konservativen Positionen kein Provokateur.

Das langwierige Bestätigungsverfahren im Senat dürfte kaum vor dem Wahltermin über die Bühne gehen. Sollte Trump verlieren, hätte sich die Berufung erledigt. Der Demokrat Joe Biden würde gewiss einen seiner eigenen Vertrauten entsenden.