Kairo im Corona-Sommer: Das Drachenfliegen ist eine tödliche Gefahr .
Foto: dpa/Ahmed Gomaa/XinHua

Kairo - Mit Corona kam die Langeweile – und dann kamen die Drachen. Oft sieht man sie in der Dämmerung am Himmel tanzen, handgemachte Papiervögel, die das braune Häusermeer von Kairo mit ihren bunten langen Schwänzen schmücken. Kinder und Jugendliche halten die Fäden in der Hand und lassen die Spielgeräte von Hausdächern bis weit über Schnellstraßen steigen. Die ägyptische Metropole mit rund 21 Millionen Einwohnern mag von Hitze, Verfall und Luftverschmutzung geplagt sein. Aber über ihr flattern die Drachen im Wind.

Mit dem unschuldig wirkenden Freizeitspaß könnte allerdings bald Schluss sein. Nach wiederholten Berichten über teils tödliche Unfälle will die Regierung gegen das Hobby vorgehen, das während der Corona-Pandemie noch an Zulauf gewonnen hat. So beschlagnahmten Sicherheitskräfte der staatlichen Nachrichtenseite Al-Ahram zufolge in den vergangenen Tagen Hunderte von Drachen, weil sie eine „Gefahr für das Leben von Kindern und Jugendlichen“ seien, wie es beim Innenministerium heißt. Es folgte damit offenbar einer Initiative in Alexandria: Die Küstenstadt hat kürzlich das Drachenspiel auf der Uferpromenade verboten.

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