Dresden - Die Dresdner Waldschlößchenbrücke erweist sich weiter als Staufalle. Auch am Dienstag kam der Berufsverkehr auf den Straßen von und zur Brücke zum Erliegen. Autofahrer wurden auf eine Geduldsprobe gestellt. Vor allem auf der Altstädter Seite, wo die Brücke in die Fetscherstraße mündet, verhinderten die vielen Ampeln ein zügiges Abfließen des Verkehrsstromes.

Die Stadt Dresden war am Montag davon ausgegangen, dass am ersten Tag nach Brückeneröffnung viele Autofahrer einfach einmal aus Neugier über die Brücke fahren wollten. In den kommenden Tagen erhofft sie sich eine Entspannung der Lage. Die umstrittene Brücke sollte den Verkehr eigentlich entlasten.

Eva Jähnigen, Verkehrsexpertin der Grünen im Landtag und langjährige Dresdner Stadträtin, zeigte sich von der entstandenen Situation nicht überrascht. Laut Prognosen rollten hier täglich bis zu 44.000 Fahrzeuge über die Brücke. Die Verkehrsdichte auf Autobahnen beginne schon bei 50.000 Fahrzeugen. „Wenn man sich das Straßennetz anschaut, wird klar, dass es einen solchen Verkehr von der Brücke nicht aufnehmen kann“, sagte Jähnigen am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa. Im Grunde das ein „teurer Stauraum mit einer guten Aussicht“. Jähnigen glaubt nicht, dass sich das Problem mit einem Ausbau der Straßen oder besseren Ampelschaltungen grundlegend verbessern lässt.

Die Grünen-Politikerin verwies darauf, dass im Streit um die Brücke einst auch eine zweispurige Querung im Gespräch war - eine Variante, mit der sich sogar das Unesco-Welterbekomitee einverstanden erklärt hätte. Allerdings habe der Freistaat Sachsen auf einem vierspurigen Ausbau der Brücke bestanden.

Wegen der Brücke hatte das Dresdner Elbtal 2009 den Unesco-Welterbetitel verloren. Die zuständige Kommission sah Sichtachsen auf das landschaftlich reizvolle Elbtal gestört. In Dresden standen sich Gegner und Befürworter der Brücke erbittert gegenüber. Die Brücke und ein anschließender Tunnel auf der Neustädter Seite Dresdens kosteten knapp 181 Millionen Euro. (dpa)