Dresden - „Einen Riesenapplaus für Nino“, kündigt Pegida-Anführer Lutz Bachmann den Redner an. Dann steht er auf der Bühne auf dem Dresdner Altmarkt und wettert, was das Zeug hielt: Nino K., ein dünner Schlacks in grauer Windjacke. Er gehöre, wie der „Spiegel“ über ihn geschrieben habe, zum „harten Kern“ von Pegida, stellt er sich der jubelnden Menge vergnügt vor. „Super, super“, antworten Hunderte Zuhörer.

Dann liest Nino K. einen selbst verfassten Brief an Kanzlerin Merkel vor. Typisches Pegida-Geschimpfe, wie man es seit Herbst 2014 montags in Dresdens Altstadt zu hören bekommt: „Sie lassen grüne Politiker unsere Kinder vergewaltigen“, wettert der junge Mann. „Sie lassen faule Afrikaner unsere Sozialkassen plündern.“ Nach neun Minuten endet die Tirade mit dem Vorwurf, Merkel betreibe Hochverrat an Deutschland. „Gnade Ihnen Gott“, ruft der bebende Mann. „Von uns werden Sie keine erhalten.“
Schließlich kommt noch, was alle Pegidisten der Kanzlerin aus tiefstem Herzen wünschen: „Eines Tages werden Sie sich wegen Ihrer Taten gegen das deutsche Volk vor Gericht verantworten müssen.“ Das war im September 2015.

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