Brüssel - Eigentlich ist Dublin längst tot. Das hatte zumindest EU-Kommissar Franz Timmermanns Anfang Mai gesagt. Aus Deutschland kam hingegen immer wieder die Forderung, man müsse zum Dublin-Verfahren zurückkehren. Mittlerweile scheint die Europäische Kommission auch an die Wiederauferstehung der Toten zu glauben. Sie möchte  ab Mitte März 2017 Flüchtlinge wieder nach Griechenland zurückbringen lassen, wenn sie dort erstmals den Boden der Europäischen Union betreten haben. Das gab, Dimitris Avramopoulos, EU-Kommissar für Migration, am Donnerstag in Brüssel bekannt.

Nach dem Dublin-Abkommen müssen Flüchtlinge in dem EU-Land Asyl beantragen, in welchem sie zuerst europäischen Boden betreten. Das sind aktuell wegen der Fluchtbewegung über das Mittelmeer und den Balkan hauptsächlich Griechenland und Italien. Das Abkommen steht unter anderem deshalb in der Kritik, weil es Flüchtlingen erschwert, Asyl in den reichen nordeuropäischen Ländern zu beantragen, die auf dem Landweg faktisch nur über andere EU-Länder erreichbar sind. Wegen der hohen Zahl an Flüchtlingen, die im vergangenen Jahr in die EU kamen, galt das Dublin-Abkommen allerdings seit vergangenem Sommer ohnehin als faktisch außer Kraft gesetzt.

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