Es ist ein bisher einmaliger Schritt in der Welt der Unterwasser-Attraktionen: Das National Aquarium Baltimore hat angekündigt, die Haltung von Delfinen in Wasserbecken zu beenden. Bis 2020 will dass Aquarium ein eigenes Wasserschutzgebiet einrichten, das die bisherige Beckenhaltung ersetzen soll.

Die acht Meeressäuger, die derzeit im Aquarium leben und von denen sieben in Gefangenschaft geboren wurden, sollen dann an einem tropischen oder subtropischen Ort als Kolonie in echtem Meerwasser untergebracht werden. Zwar werden sie nicht in Freiheit entlassen, der neue Lebensraum soll dem natürlich Lebensraum jedoch so nah wie möglich kommen, so die Aquariumbetreiber. „Es gibt, soweit wir wissen, nirgendwo ein Modell dafür“, sagte Aquariumsleiter John Racanelli gegenüber der Presseagentur AP.

„Wir sind auf diesem Gebiet Pioniere, und wir wissen dass wir weder die einfachste noch die preiswerteste Option gewählt haben.“ Im neuen Wasserschutzgebiet soll die Beobachtung des natürlich Verhaltens der Tiere im Vordergrund stehen.

Das National Aquarium Baltimore, das eine Einheit mit dem National Aquarium in Washington bildet, zählt zu den größten der Welt. Es beheimatet rund 750 Tierarten in mehr als 8 Millionen Liter Wasser.

Delfinarien weltweit in der Kritik

Delfinarien weltweit stehen seit Jahren stark in der Kritik. Tierschützer fordern ein Ende der Haltung von Meeressäugern auf engem Raum und in künstlich aufbereitetem Wasser. Im März hatte die Meeres-Themenparkkette Seaworld bekanntgegeben, sein umstrittenes Orca-Zuchtprogramm zu beenden. Der Kette gehören 29 Orca-Wahle und knapp 200 Delfine. 

In Deutschland halten der Zoo Duisburg und der Tiergarten Nürnberg weiter an Delfinarien fest.