Bei einem Angriff auf eine Gedenkfeier wurden mindestens 29 Menschen getötet.
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Kabul - Bei einer Gedenkveranstaltung für einen ehemaligen schiitischen Anführer sind in der afghanischen Hauptstadt Kabul mindestens 29 Menschen getötet worden, unter ihnen auch die beiden Angreifer. Weitere 55 Menschen wurden bei dem Angriff auf die Veranstaltung mit hochrangigen Politikern verletzt, wie das Innenministerium am Freitag weiter mitteilte.

Auch Regierungsgeschäftsführer Abdullah Abdullah sowie andere Politiker nahmen nach offiziellen Angaben an der Veranstaltung für den prominenten Ex-Anführer der schiitischen Hasara-Gemeinschaft, Abdul Ali Masari, am Freitagmorgen teil. Sie befanden sich nach Angaben des Abdullah-Sprechers in Sicherheit. Masari war der politische Führer der Hesb-e Wahdat Islami Afghanistan (Islamische Einheitspartei Afghanistans). Er wurde 1995 von den militant-islamistischen Taliban getötet.

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Ein Sprecher der Taliban dementierte auf Twitter, für den Angriff verantwortlich zu sein. Er erfolgte fast eine Woche nachdem die USA mit den Taliban ein Abkommen geschlossen hatten. Dieses sieht einen Abzug aller US- und internationalen Truppen bis April 2021 vor, unter anderem im Gegenzug dafür, dass die Taliban Friedensgespräche mit der afghanischen Regierung aufnehmen – wenn die Vereinbarung nicht scheitert. Die Taliban verpflichteten sich zudem, dass aus Afghanistan keine Gefahr für die Sicherheit der USA und ihrer Verbündeten mehr ausgehe.

Hinter dem Anschlag könnte auch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) stecken.