Der Staatsminister im Kanzleramt, Eckart von Klaeden, wird Ende des Jahres Cheflobbyist des Daimler-Konzerns. Der Autokonzern teilte mit, Klaeden werde nicht mehr für den Bundestag kandidieren. Kurz vor der letzten Bundestagswahl 2009 war Klaedens Vorgängerin Hildegard Müller zu einem Energieverband gewechselt.

In einem Brief an seinen Kreisverband begründete der 47-Jährige seine Entscheidung mit „ausschließlich beruflichen und familiären Gründen“. Er schrieb: „In den letzten Jahren habe ich im Durchschnitt lediglich zwei Nächte pro Woche in Hildesheim verbringen können.“

"Nahtloser Übergang nicht akzeptabel"

Klaeden zählte schon früh zu den Unterstützern Merkels, der sogenannten „Boy Group“. Er war zunächst außenpolitischer Sprecher, dann Schatzmeister der CDU. Bei Daimler folgt er auf den früheren Sprecher des Auswärtigen Amtes, Martin Jäger, der Botschafter in Afghanistan wird. Klaedens Bruder Dietrich ist Cheflobbyist des Springer-Verlags.

SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann sagte der Berliner Zeitung, Klaedens Abschied sei „ein Zeichen dafür, dass im Kanzleramt nicht mehr mit einer weiteren Legislaturperiode von Angela Merkel gerechnet wird“. Der nahtlose Übergang aus dem Kanzleramt in die Industrie sei aber nicht akzeptabel.

„Hier verkauft ein Mitglied der Bundesregierung sein Insiderwissen.“ Nötig sei eine Karenzzeit von 18 Monaten für ehemalige Regierungsmitglieder. Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hatte wenige Wochen nach seiner Abwahl 2005 einen Beraterposten beim russischen Unternehmen Gazprom übernommen.