Berlin/MoskauUnd irgendwie fand die Geschichte dann doch noch ihr Happy End. Ganz unverhofft, denn Edward Snowden gehörte vor sieben Jahren noch zu den meistgesuchten Menschen der Welt. Nachdem der ehemalige Geheimdienstler die Massenüberwachung des US-Abhördienstes NSA und seines britischen Gegenparts GCHQ an Journalisten verraten hatte, stand der Whistleblower im Fadenkreuz der Weltmächte und konnte seines Lebens nicht mehr sicher sein. Ein Landesverräter! Zuflucht fand er schließlich in Moskau. Dort traf er auch seine Frau wieder – ihre Liebe hatte das ganze Hin und Her überlebt.

Die Bilder dieser glücklichen Familienzusammenführung hatte die amerikanische Dokumentarfilmerin Laura Poitras in ihrem oscarprämierten Film „Citizenfour“ (2014) gezeigt. Mittlerweile bekam Snowden sogar eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis, doch jetzt will er auch die russische Staatsbürgerschaft. Den Grund teilt er per Twitter mit: Er und seine Frau Lindsay wollten nicht riskieren, von ihrem Sohn getrennt zu werden. Dazu veröffentlichte er ein Bild seiner schwangeren Frau. Das Kind soll nach Darstellung im Dezember zur Welt kommen. Es erhält automatisch die russische Staatsbürgerschaft.

In seiner Heimat muss Snowden immer noch mit dem Schlimmsten rechnen. Schon Präsident Obama gab sich unerbittlich, auch mit dessen Nachfolger Donald Trump hat sich die Lage für den berühmtesten Whistleblower der Welt nicht verändert. Seinen „Verrat“ als patriotischen Akt und als bürgerschaftliches Engagement gegen den allgegenwärtigen Überwachungsstaat zu würdigen, fällt indes nicht nur amerikanischen Politikern schwer – Snowden wurde auch von Deutschland schmählich im Stich gelassen. Nicht zuletzt deswegen blieb ihm nur das Exil in Russland. Wo genau er sich aufhält, ist nicht bekannt.

Allerdings bleibt Snowden amerikanischer Staatsbürger. „Lindsay und ich werden Amerikaner bleiben, die ihren Sohn mit jenen Werten Amerikas großziehen, die wir lieben – einschließlich der Freiheit zu sagen, was er denkt“, schreibt Snowden.