Berlin - An dem Anschlag auf mehrere Häuser der Museumsinsel, bei denen rund 70 Kunstwerke zum Teil erheblich beschädigt worden sind, verblüfft nicht zuletzt die lange Geheimhaltung der Nachricht. Stattgefunden haben, so heißt es, die Vandalismus-Attacken bereits am 3. Oktober, erst 17 Tage später erfuhren Journalisten der Wochenzeitung Die Zeit und des Deutschlandfunks von den Geschehnissen. Das ist insofern bemerkenswert, da doch Dutzende Mitarbeiter der Museen Kenntnis über die Vorkommnisse gehabt haben dürften. Das lange Schweigen ist so gesehen auch eine beachtliche logistische Leistung.

Entscheidend aber ist die Annahme, dass es sich bei den Anschlägen nicht zwangsläufig um die Einzeltat eines verwirrten Täters handelt. Die konzertierte Aktion in gleich mehreren Häusern des Weltkulturerbes spricht vielmehr für eine nicht zuletzt symbolische Tat, die auf die erregte Reaktion der Öffentlichkeit aus war. Es verbietet sich, zu einem so frühen Zeitpunkt über Tätermotive zu spekulieren und diesen auf diese Weise in die Hände zu spielen. Man kann sich aber des Verdachts nicht erwehren, dass es bei einem Angriff dieses Ausmaßes sich um einen Angriff auf unserer kulturelles Selbstverständnis handelt.

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