Familienautos im Systemvergleich
Foto: images/Gerhard Leber

Berlin - "Zeichenwende“ war der Titel einer kleinen Ausstellung, die im Herbst 1990 gemeinsam von ost- und westdeutschen Künstlern und Kulturwissenschaftlern in der Galerie Treppenhaus in Berlin-Steglitz präsentiert wurde. Der Name der Galerie war Programm, sie befand sich in einem ehemaligen Treppenaufgang, der zu einer stillgelegten Bushaltestelle an der Stadtautobahn führte. Gezeigt wurden „Ansichten anonymer Gestaltung im Straßenbild von Steglitz und Teltow“. Eine Art Systemvergleich, die beiden Orte waren nur wenige Kilometer voneinander entfernt, aber lange durch die Grenze getrennt. Die Fotos im Katalog stammen von Michael Mosolff, sie zeigen Mülltonnen, Poller, Hinweisschilder und Bushalte-Häuschen in Ost und West. Es ist ein eher zurückhaltender Blick auf die soziale Wirklichkeit jener Zeit. Aus heutiger Sicht überrascht die vorsichtige Annäherung, die Ähnlichkeiten wurden stärker betont als die Unterschiede. Zwei Gesellschaften, die lange Phasen des sozialen Aufstiegs hinter sich hatten, sahen sich plötzlich miteinander konfrontiert und legten in gegenseitiger Neugier offen, wer sie waren und was sie hatten.

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