Lausanne - Die Rahmenvereinbarung im Atomstreit mit dem Iran ist weltweit als wichtiger Durchbruch begrüßt worden. US-Präsident Barack Obama sprach von einer historischen Übereinkunft. In Teheran gab es Freudenfeiern auf den Straßen. Israel dagegen kritisierte, die Einigung ebne dem Iran den Weg zur Entwicklung einer Atombombe und gefährde das Überleben Israels.

Die Vereinbarung, die am Donnerstagabend nach tagelangen Verhandlungen zwischen dem Iran und der Gruppe der fünf UN-Vetomächte und Deutschland im schweizerischen Lausanne erzielt wurde, sieht weitreichende und langfristige Einschnitte am iranischen Atomprogramm vor. Im Gegenzug für die Zugeständnisse Teherans sollen die in dem Streit von Uno, USA und EU verhängten Wirtschaftssanktionen schrittweise aufgehoben werden. Auf der Grundlage der Rahmenvereinbarung soll nun bis Ende Juni ein komplettes Abkommen ausgearbeitet werden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach von einem „großen Verdienst aller Verhandlungspartner“. Mit dem Rahmenabkommen „sind wir einer Vereinbarung, die dem Iran den Besitz von Atomwaffen unmöglich macht, so nah wie nie“, erklärte Merkel. Zugleich stellten die Verhandlungspartner aber klar, dass die Sanktionen umgehend wieder in Kraft treten können, sollte der Iran gegen die Regeln verstoßen. „Wenn der Iran betrügt, wird die Welt es wissen“, warnte Obama.

Scharfe Kritik aus Israel

Zugleich verteidigte der US-Präsident aber mit Nachdruck die Vereinbarung gegen Kritiker im Kongress und in Israel. Die Diplomatie sei der beste Weg zur Lösung des Konflikts. Später telefonierte Obama mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu, der ein entschiedener Gegner der Verhandlungen ist, sowie mit Saudi-Arabiens König Salman.

Während Salman die Hoffnung äußerte, dass das finale Abkommen „die Stabilität und Sicherheit der Region“ stärken werde, kam aus Israel scharfe Kritik. Netanjahu warnte im Telefonat mit Obama, das Abkommen werde „das Überleben Israels gefährden“ und erhöhe die Risiken eines „furchtbaren Kriegs“.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon erklärte dagegen, eine diplomatische Lösung werde den Frieden in der Region stärken. Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu äußerte sich „sehr glücklich“ über die Einigung.

In Teheran wurden Außenminister Mohammed Dschawad Sarif und sein Verhandlungsteam am Freitag begeistert empfangen. Ungestört von Sittenwächtern hatten die Menschen schon in der Nacht zuvor spontan volksfestartig gefeiert. Für die Iraner verbindet sich mit der Aufhebung der Sanktionen die Hoffnung auf eine Verbesserung ihrer Lebenssituation und die Öffnung des Landes. Präsident Hassan Ruhani sprach von einer „neuen Kooperation mit der Welt“. (BLZ/ mit AFP)