Washington - US-Präsident Donald Trump steht kurz vor einer Entscheidung über die Zukunft von 800 000 Kindern illegaler Einwanderer in den USA. Über die Fortsetzung des unter dem Kürzel DACA bekannten Programmes seines Vorgängers Barack Obama wolle er spätestens bis zum Montag entscheiden, sagte Trump am Freitag in Washington.

Sprecherin betont Trumps Kinderliebe

Seine Sprecherin Sarah Sanders erklärte später, die Entscheidung werde am Dienstag gefällt. Am Montag ist in den USA Feiertag.

Der Präsident wolle sich für „die sehr komplizierte Materie“ die notwendige Zeit nehmen, sagte Sanders. „Er ist ein Präsident, der Menschen liebt.“

Republikaner für Fortsetzung des Programms

Führende Vertreter seiner eigenen Partei, darunter der Vorsitzende des Abgeordnetenhauses, Paul Ryan, riefen Trump dazu auf, das Programm nicht zu beenden. Eine Studie geht davon aus, dass dadurch jeden Monat 30 000 Menschen ihren Job verlieren würden, weil ihre Arbeitserlaubnis in den USA erlöschen würde.

Ryan erklärte in einem Radiointerview, der Kongress arbeite an einem Gesetz, das Programm weiterzuführen. „Ich glaube nicht, dass wir das tun sollten“, sagte er auf die Frage, ob das Programm beendet werden solle.

Bei den 800 000 Menschen handelt es sich vor allem um Kinder von Einwanderern ohne Aufenthaltsstatus aus Lateinamerika. Oft sind sie bereits als Kleinkinder mit ihren Eltern in die USA gekommen, haben nie ein anderes Land kennengelernt und empfinden die USA als ihre Heimat. 700 000 von ihnen gehen der Studie zufolge einer geregelten Arbeit nach.

DACA war unter der Regie von Präsident Barack Obama aufgelegt worden, um einen vorläufigen Schutzstatus für die Kinder illegaler Einwanderer zu schaffen, für die eine Abschiebung in ihre Herkunftsländer keine vernünftige Alternative darstellt. Trump hatte im Wahlkampf eine härtere Gangart gegen illegale Einwanderer angekündigt, von der auch der Nachwuchs nicht ausgenommen werden solle. Später äußerte er sich jedoch auch gegenteilig.

Konzernchefs machen Druck auf Trump

Auch Dutzende US-Konzernchefs forderten von US-Präsident Donald Trump, an der Aufenthaltsregelung für illegal in die USA gebrachte Kinder festzuhalten. Die Vorsitzenden von Unternehmen wie Amazon, Apple, Facebook und General Motors riefen am Freitag Trump und die Parteien im US-Kongress in einem Brief auf, das DACA-Dekret zu verlängern.  Die Unternehmenschefs warnten vor wirtschaftlichen Verlusten, sollte das als Daca bekannte Programm nicht fortgeführt werden. Die Begünstigten „sind in Amerika aufgewachsen, sind bei der Regierung registriert, leisten fleißig ihren Beitrag in der Gemeinschaft und zahlen Steuern“, hieß es in der Aufforderung der Konzernchefs. (dpa, afp)