USA - In New York City droht es das drittkälteste Silvester seit 110 Jahren zu werden. Der US-Wetterdienst sagt bis zu minus 12 Grad Celsius für die Ostküsten-Metropole voraus. Das erwartete Millionenpublikum bei der berühmten Feier am Times Square musste seit der ersten Feier dort im Jahr 1907 nur zwei Mal noch stärker frieren, wie der Nachrichtensender CNN am Donnerstag (Ortszeit) berichtete.

Die Kältewelle im Norden der USA brach Medienberichten zufolge in den vergangenen Tagen gleich mehrere Minusrekorde: In der Gemeinde Cotton im nördlichen Bundesstaat Minnesota wurden minus 40 Grad Celsius vermeldet. In Watertown im Norden des Bundesstaats New York waren es am Donnerstag minus 36 Grad. Die arktische Luft soll laut CNN in den nächsten Tagen Temperaturen bringen, die bis zu 22 Grad niedriger als üblich sind.

Wie die Atlantic White Shark Conservancy auf Facebook berichtet, ist es mittlerweile selbst für Haie zu kalt. Einige der Tiere hätten einen Kälteschock im Wasser erlitten und seien deshalb an Land gespült worden. Die Mitarbeiter haben sie dort komplett gefroren gefunden. Die Haie wollen die Tierschutzorganisation nun untersuchen.

Rekordkälte und Waldbrand

Die Chancen für Regen lägen an der Westküste bis in den frühen Januar hinein nahe bei Null. Das lässt den vor knapp vier Wochen ausgebrochenen größten Waldbrand in der Geschichte Kaliforniens, das sogenannte Thomas-Feuer, weiter lodern.

Der Flächenbrand hat sich in den vergangenen knapp vier Wochen durch insgesamt 1140 Quadratkilometer Wald und Buschwerk nur knapp nördlich von Los Angeles gefressen. Das Feuer hat bislang 1063 Gebäude zerstört und weitere 280 beschädigt. Zeitweise waren Zehntausende Menschen vor den Flammen auf der Flucht. Zuletzt gab es aber gute Nachrichten: Das Feuer sei zu 91 Prozent eingedämmt, teilte die US-Waldbehörde mit.

Dass es an der US-Westküste so viel wärmer ist als an der Ostküste, erklärt Meteorologe Thomas Ruppert vom Deutschen Wetterdienst mit einem „Kaltluftausbruch“ an der Ostküste. Dabei strömt Polarluft aus der Arktis südwärts. Anderswo, beispielsweise an der Westküste, gelangt Warmluft weit nordwärts. Auf diese Art und Weise erfolgt der Austausch zwischen den prinzipiell warmen südlichen und den kalten nördlichen Breiten, weil warme und kalte Luft immer eine Tendenz zum Ausgleich haben.

Mit der kalten Luft stellten sich an der Ostküste frostige Temperaturen ein, während gleichzeitig an der Westküste nach einem trockenen Sommer und Herbst noch immer warme und trockene Luftmassen dominierten, erklärte Ruppert weiter. Diese sorgten in Kalifornien für sommerliche Temperaturen und Waldbrandgefahr. (dpa/red)