Die bisherigen Impfstoffe dürften gegen die aus Südafrika stammende Omikron-Variante nicht ausreichend effizient sein. Der Geschäftsführer von Moderna, Stéphane Bancel, erwartet, dass bestehende Impfstoffe gegen Omikron viel weniger wirksam sein werden als gegen frühere Coronavirus-Varianten. Er warnte in der Financial Times (FT) davor, dass es Monate dauern würde, bis Pharmaunternehmen neue variantenspezifische Impfstoffe in großem Maßstab herstellen könnten.

Das Wall Street Journal berichtet, dass der Chef des Impfstoffherstellers Biontech, Ugur Sahin, zuversichtlich sei, dass die bestehende Impfung geimpfte Personen „wahrscheinlich“ vor schweren Erkrankungen durch Omikron schützt. Allerdings sagte Sahin, dass die Variante zu mehr Infektionen führen könnte. Sahin hat allerdings bereits beim aktuellen Impfstoff im Lauf der Zeit widersprüchliche Angaben über die Wirksamkeit des Impfstoffs gemacht. In welchem Ausmaß und in welcher Geschwindigkeit Pfizer und Biontech ein Update entwickeln können, ist nicht bekannt. Wie sich die natürliche Immunität bei Genesenen verhält, ist ebenfalls noch nicht erforscht.

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA sieht jedenfalls zunächst die Pharmakonzerne in der Pflicht, den Impfstoff zu adaptieren. Die Chefin der EU-Arzneimittelbehörde sagte am Dienstag in Brüssel vor EU-Abgeordneten, die Aufsicht könne bei Bedarf innerhalb von drei bis vier Monaten Impfstoffe genehmigen, die an die neue Omikron-Variante des Covid-19-Virus angepasst sind. „Sollten die bestehenden Impfstoffe geändert werden müssen, könnten wir diese innerhalb von drei bis vier Monaten zulassen“, sagte Cooke. „Wir wissen, dass Viren mutieren, und wir sind vorbereitet“, sagte Cooke im Gesundheitsausschuss. Cooke sagte, dass eine Menge Arbeit von den Unternehmen geleistet werden müsse, bevor die Aufsichtsbehörden die Genehmigung erteilen können. Ob danach eine neue Impfung nötig sei, um einer allfälligen Impfpflicht Genüge zu tun, ist offen.

Cooke verwies außerdem auf Personalprobleme bei der EMA: Durch die Arbeitsüberlastung gäbe es hohe Krankenstände bei der erst kürzlich von London nach Amsterdam umgezogenen Behörde. (mit AFP)