Emmanuel Macron und Angela Merkel begrüßen sich im Fort de Brégançon am Mittelmeer.
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BerlinFrankreichs Staatschef Emmanuel Macron hat erstmals Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in seiner Präsidentenresidenz Fort de Brégançon am Mittelmeer empfangen. Die beiden wollten sich bei dem gemeinsamen Treffen am Donnerstag über zahlreiche internationale Themen abstimmen – allen voran wohl die schnelle Umsetzung des milliardenschweren Corona-Hilfspakets, der Konflikt im östlichen Mittelmeer mit der Türkei und der Putsch in Mali. In Élysée-Kreisen wurde zuvor die besondere Bedeutung des Besuchs der Kanzlerin hervorgehoben.

Es ist das erste Mal seit 35 Jahren, dass ein deutscher Regierungschef die Präsidentenresidenz in Bormes-les-Mimosas besucht. Das der Küste vorgelagerte historische Gebäude aus dem 17. Jahrhundert mit einem großen Garten dient als gelegentliche Unterkunft der französischen Staatschefs. Im August 1985 empfing der damalige Präsident François Mitterrand dort den deutschen Kanzler Helmut Kohl.

Badegäste am Strand unterhalb der Sommerresidenz des Staatschefs von Frankreich.
Foto: dpa/Michael Kappeler

Merkel wurde am Nachmittag von Macron und seiner Brigitte begrüßt. Dabei hielten sie wegen Corona Abstand zueinander. Es gab keinen Handschlag und keine Umarmung. „Bester Ort der Welt“, sagte Merkel laut dpa bei ihrer Ankunft in der Residenz zwischen Toulon und Saint-Tropez an der Côte d’Azur auf Englisch. Macron verbringt dort derzeit seinen Sommerurlaub.

In den vergangenen Jahren hatte er jedes Mal einen Staatsgast dorthin eingeladen – auch um die politischen Themen für den Herbst zu setzen. Im Jahr 2018 kam die damalige britische Premierministerin Theresa May, im vergangenen Jahr Kremlchef Wladimir Putin kurz vor dem G7-Gipfel in Biarritz.