Berlin - Es ist anders als sonst im Bundestag, und das liegt nicht nur daran, dass sich Dietmar Bartsch zum Fraktionsvorsitz eine neue Brille und Frisur zugelegt hat. Es ist anders als sonst in diesem Bundestag: Die Linken zitieren die Bibel, die CDU klatscht auch mal bei der Linkspartei. Die Grünen fordern die CSU auf, sich bei Angela Merkel zu entschuldigen. Und alle, auch die Linkspartei, applaudieren der Kanzlerin. Und die ist fürchterlich heiser.

Das alles kann man sehen und hören. Was man nicht ganz so gut sehen und hören kann ist, wie es da brodelt in der Union. Es brodelt? Merkel redet über ihre Flüchtlingspolitik und danach klatscht die Union doch so lange, bis Bundestagspräsident Norbert Lammert mahnt, weiterer Applaus werde von Redezeiten abgezogen. Einigermaßen gut gegangen, die Vorstellung also – nach dem Zerwürfnis mit CSU-Chef Horst Seehofer auf dem Parteitag, nach dem Ärger mit Innenminister Thomas de Maizière, während draußen nicht nur Syrien zerfällt und Flüchtlinge warten, sondern sich nach einem Kampfjet-Abschuss auch noch Russland und die Türkei feindselig beäugen. Und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat am Vortag netterweise den Planlosigkeits-Vorwurf der Merkel-Kritiker bestätigt und gesagt, natürlich fahre die Regierung auf Sicht.

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