Mwanza - Der alte Fischer mit dem aufgeblähten Bauch kann sich an das Leben ohne Schmerzen kaum erinnern. Sein Neffe führt ihn am Arm in die medizinische Versorgungshütte von Ijinga, einer kleinen Insel im Victoriasee in Tansania. „Wir haben gehört, dass die beiden Ärzte heute da sind“, sagt der junge Mann. „Die, die unser ganzes Leben umkrempeln wollen.“ Dann winkt er ihnen zu: Andreas Müller, dem weißen Tropenmediziner aus Würzburg, von dem manche zuerst dachten, er wolle die Insel kaufen. Und Humphrey Mazigo, dem Parasitologen aus der nahen Großstadt Mwanza, der Müller hilft, nicht daran zu verzweifeln, dass hier alles ein bisschen anders läuft.

Der Fischer legt sich auf die Pritsche. Mazigo kennt ihn gut, er hat ihn bereits mehrmals behandelt, bevor der Alte sich wieder den Medizinmännern anvertraute. Er leidet an den Spätfolgen von Bilharziose, einer Wurmkrankheit, die durch Kontakt mit verseuchtem Süßwasser übertragen wird. Die meisten der rund 40 Millionen Menschen in den Seeregionen von Tansania, Uganda und Kenia sind damit infiziert. Unbehandelt kann die Krankheit zum Tod führen.

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