Berlin - Freunde und Verwandte des in der Südsee vermissten Stefan R. sind genauso schockiert und fassungslos wie die Bewohner der  polynesischen Insel Nuka Hiva, wo der 40-jährige Weltumsegler am 9. Oktober verschwunden ist. Da am Mittwoch in der Asche eines Feuers in einem abgelegenen Tal auf der Insel Knochen, Zähne mit Prothesen und Kleiderreste gefunden wurden, könnte es sein, dass er Opfer eines Gewaltverbrechens wurde.

Auf der Facebook-Seite von Stefan R. hoffen Freunde  unter dem letzten Eintrag des  Seglers auf ein Wunder. Sie schreiben „Ich kann es nicht glauben“, „Das darf doch alles nicht wahr sein!“ bitten Heike D., die Freundin des Vermissten, um „ein Zeichen“ und posten „Stefan, du hast doch noch so viel vor“.

Auf der anderen Seite der Welt sagt Benoît Kautai, Bürgermeister der 2 700-Seelen-Insel Nuku Hiva, der Zeitung Les Nouvelles de Tahiti: „Wir stehen alle unter Schock.“  So etwas sei noch nie auf der Insel vorgekommen, die Bevölkerung wisse nicht, wie sie damit umgehen solle.

Der 40-jährige Wirtschaftsingenieur aus Haselau in Schleswig-Holstein segelte seit dreieinhalb Jahren mit seiner 37-jährigen Freundin Heike D.  auf dem Hochsee-Katamaran „Baju“ um die Welt.  Beide gaben ihre Jobs auf und verwirklichten ihren Traum, jahrelang hatten sie dafür gespart. Ende September erreichte das Paar Nuku Hiva. 

Das Auswärtige Amt und das BKA haben sich eingeschaltet

Laut der einheimischen Zeitung Les Nouvelles de Tahiti planten die Deutschen, die nächsten zwei Jahre in der Region zu verbringen, bevor sie weiter in Richtung Neuseeland segeln wollten. Doch am 9. Oktober kam Stefan R. von einem Jagdausflug mit dem 31-jährigen Arihano Haiti nicht zurück. Dafür kam der Einheimische am Nachmittag zu Heike D. und berichtete von einem Unfall. Zusammen mit ihr   machte er sich auf den Weg zur vermeintlichen  Unfallstelle, versuchte sie  zu vergewaltigen und fesselte sie an einen Baum.  Sie konnte sich befreien und die Polizei aufsuchen – so hat sie es der örtlichen Zeitung Dépêche de Tahiti erzählt. Die beiden Männer sind bis heute verschwunden.