Lächelnd, auch wenn es abwärts geht: Außenminister Heiko Maas in Großbritannien.
Foto: Felix Zahn/imago-images

Berlin Am Donnerstagabend lief es in der Talkshow von Maybritt Illner eigentlich ziemlich gut für Heiko Maas. Das Thema war natürlich Russland, der Anschlag auf Alexej Nawalny und die Entwicklung in Belarus. Aber niemand fragte den deutschen Außenminister konkret danach, was denn nun aus dem deutsch-russischen Gasprojekt Nord Stream 2 werden solle.

Das Feld war gut aufgeteilt. Gregor Gysi, der neue außenpolitische Sprecher der Linken, und der Gazprom-Berater Alexander Rahr nahmen bereitwillig die Rolle der Russland-Verteidiger ein. Die Publizistin Marina Weisband analysierte klar die politische Lage, und Schanna Nemzowa, die Tochter des ermordeten russischen Oppositionellen Boris Nemzow, die aus Prag zugeschaltet war, sprach sehr deutlich aus, wer ihrer Meinung nach hinter dem Mord an ihrem Vater steckte. Maas musste dann nur noch ab und zu Sätze einwerfen wie: „Wir sind dabei, eine angemessene Reaktion zu suchen“, oder: „Das Wesen der Diplomatie besteht nicht darin, sich nur mit denen zu treffen, mit denen man einer Meinung ist.“

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