Unter den Stars in Hollywood hält die Empörung nach dem gewaltsamen Sturm des US-Kapitols durch Trump-Anhänger an. Jim Carrey, 58, sorgt mit einer Karikatur dafür, dass die Wut über den abgewählten US-Präsidenten auch weiterhin eine hohe Betriebstemperatur behält. Der Schauspieler („Truman Show“, „Bruce Allmächtig“), der auch als Zeichner von sich reden macht, hat Donald Trump in seiner Karikatur als Killer-Clown dargestellt. Der Noch-Präsident ist mit einem Golfball als Clownsnase, rot verschmierten Lippen und grün umrandeten Augen zu sehen.

Der Killer-Clown sei nicht nur gekommen, um Menschen zu töten, schrieb Carrey zu seiner Zeichnung. „Er ist hier, um die Wahrheit zu ermorden und Ignoranz zu einer Waffe zu machen.“ Und in Richtung des designierten US-Präsidenten Joe Biden schreibt Carrey: „Sorry Joe, dieser Clown hat dich zu einem Kriegspräsidenten gemacht, ob es dir gefällt oder nicht.“

Der im kanadischen Ontario geborene Schauspieler wurde vor allem durch Komödien bekannt. In den vergangenen Monaten spielte Carrey in der US-Comedyshow „Saturday Night Live“ den Demokraten Joe Biden. Nach dessen Wahlsieg gab er die Rolle aber wieder ab.

Der Sturm aufs Kongressgebäude hat – wenn auch unbeabsichtigte – Folgen für den britischen Musiker Jason Luís „Jay Kay“ Cheetham, 51. Der Sänger der Band Jamiroquai wurde infolge der Ereignisse zum Inhalt mehrerer Twitter-Memes, weil Nutzer eine Ähnlichkeit feststellten zwischen dem Musiker und einem Mann aus dem Kapitol-Mob. 

„Bin sehr enttäuscht von Jamiroquai“, scherzten User des Kurznachrichtendienstes und sorgten so für ein wenig Aufmunterung in dunklen Zeiten. Jay Kay, der für seine Vorliebe für wilde Kopfbedeckungen bekannt ist, ließ es sich nicht nehmen, auf die optischen Parallelen zum gehörnten Fellmützen-Demonstranten einzugehen. Über seinen offiziellen Account meldete sich der Brite bei Twitter zu Wort. Er liebe die Kopfbedeckung, schrieb Kay zu einem kurzen Videoeinspieler, er sei sich aber nicht sicher, ob das seine Art von Umgang sei. 

Im Video selbst stellte der Musiker darauf ab, einige seien der Meinung gewesen, ihn in Washington gesehen zu haben. Er sei aber nicht Teil dieser „Freaks“ gewesen. Nur falls daran noch jemand gezweifelt hätte, wäre das dann auch aus der Welt geräumt. Und wenn man ehrlich ist, möchte man auch nicht in die Nähe des Möchtegern-Wikingers gerückt werden. Schließlich handelt es sich bei dem Mann mit den Hörnern, der beim Sturm auf das Kapitol an vorderster Front dabei war, um Jake Angeli, einen bekannten Verschwörungstheoretiker und QAnon-Anhänger.

Randalierende Anhänger des Republikaners Trump waren nach einer anstachelnden Rede des scheidenden Präsidenten am Mittwoch in das Kapitol, den Sitz des US-Parlaments, eingedrungen. Erst Stunden später konnte der Kongress seine Beratungen wieder aufnehmen und Trumps Niederlage bei der Wahl besiegeln. Zahlreiche Hollywoodstars meldeten sich aufgrund der Ereignisse empört zur Wort.

US-Sängerin Demi Lovato, 28, kündigte an, das Geschehen auch künstlerisch kommentieren zu wollen. Sie sei nach diesem „Angriff auf unsere Demokratie“ im Studio und arbeite „an etwas Besonderem“, schrieb Lovato auf Twitter und Instagram. Sie sei traurig, so naiv gewesen zu sein, zu denken, dass so etwas niemals passieren könnte: „Und doch ist es geschehen.“