Blick auf die Hagia Sophia. 
Foto: dpa/Jason Dean

Berlin - Wie wenig Verständnis für das ästhetische Gewicht der Hagia Sophia der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan aufbringt, zeigt seine Auswahl des Teppichs für den Tag des ersten öffentlichen muslimischen Gebets in dem historischen Istanbuler Sakralbau seit 85 Jahren: ein Augengift in Türkis, dem man die Plastikfasern anzusehen meint. In gewisser Weise passend zu der Posse, die Erdogan aufführt, seit er jüngst das oberste Verwaltungsgericht der Türkei beschließen ließ, die einstige christliche Kathedrale, die später Moschee und seit 1934 Museum war, wieder in ein muslimisches Gotteshaus umzuwandeln. Die Einweihungsgebete werden live übertragen werden. Diese Fernsehshow ist die eigentliche Botschaft Erdogans, der damit von ökonomischen Härten im Land ablenken will.

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