Die Ereignisse in der Krim-Krise im Newsticker: Wir berichten ständig aktuell.

+++ 23:25 Uhr: Kooperation im Weltraum bleibt bestehen +++

Ungeachtet der Spannungen zwischen Russland und den USA in der Krim-Krise arbeiten die Raumfahrtbehörden beider Länder weiter zusammen. „Die Partnerschaft im Weltall bleibt intakt und normal“, sagte der Chef der US-Raumfahrtbehörde NASA, Charles Bolden, am Dienstag. Ein US-Astronaut werde wie geplant Ende des Monats von der Internationalen Raumstation ISS mit einem russischen Raumschiff zur Erde zurückkehren. Bolden verwies darauf, dass die US-russische Zusammenarbeit im Weltall auch nach dem russischen Einmarsch in Georgien im Sommer 2008 nicht eingestellt worden sei. Während auf der Erde „zahlreiche internationale Krisen“ geherrscht hätten, würden Moskau und Washington nun schon seit 13 Jahren ununterbrochen an Bord der ISS kooperieren. Seit dem letzten Flug eines Space Shuttles im Sommer 2011 sind die USA für bemannte Flüge zur ISS auf die russischen "Sojus"-Kapseln angewiesen. Pro Reise zahlt die NASA rund 70 Millionen Dollar an Russland. Die neue US-Raumkapsel „Orion“ wird erst in einiger Zeit voll einsatzbereit sein. Ein erster Testflug ist später in diesem Jahr geplant.

+++ 22:33 Uhr: Bundeswehr beteiligt sich an OSZE-Mission +++

Die Bundeswehr wird sich nach einem Zeitungsbericht mit zwei unbewaffneten Militärbeobachtern an der geplanten OSZE-Mission in der Ukraine beteiligen. Einem entsprechenden Ersuchen der ukrainischen Regierung an die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) sei Deutschland neben mehreren anderen Mitgliedstaaten am Dienstag gefolgt, schreibt die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. Die militärische Beobachtermission soll schon an diesem Mittwoch auf die Krim reisen und dort die Lage sondieren. Ob die unbewaffneten Beobachter tatsächlich Zugang zur Krim bekommen, war zunächst unklar.

+++ 21:46 Uhr: Erdogan warnt Putin +++

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hat den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu einer diplomatischen Lösung im Ukraine-Konflikt aufgefordert. In einem 25 Minuten dauernden Telefonat habe Erdogan zudem vor einer Destabilisierung der ganzen Region gewarnt, berichtete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu am Dienstag. Internationales Recht müsse Grundlage einer Lösung sein. Erdogan habe Putin aufgerufen, das Fundament für ein friedliches Zusammenleben von Ukrainern, Tartaren und Russen zu legen.

+++ 20:55: EU friert Konten von 18 Ukrainern ein +++

Die Europäische Union will auf Wunsch der Übergangsregierung in Kiew die Konten von 18 Ukrainern einfrieren. Darauf hätten sich die europäischen Regierungen verständigt, teilten EU-Diplomaten am Dienstag mit. Der Schritt muss noch in den nächsten Tagen formell beschlossen werden. Die Führung in der Ukraine hatte ihre Bitte damit begründet, dass Millionen an öffentlichen Geldern verschwunden seien. Österreich, das der EU angehört, sowie die Schweiz und Liechtenstein hatten bereits entschieden, Konten von Ukrainern einzufrieren. Auf der Liste der österreichischen Behörden steht auch der gestürzte Präsident Viktor Janukowitsch. Unklar war zunächst, ob seine Konten nun durch den EU-Beschluss eingefroren werden.

+++ 20:54 Uhr: Ausländische Fußballer verlassen Ukraine +++

Fünf ausländische Fußball-Profis des ukrainischen Erstligisten Tschernomorets Odessa haben wegen der Krim-Krise ihre Verträge aufgelöst und das Land verlassen. Das bestätigte der Verein auf seiner Internetseite. „Aufgrund der politischen Lage und fehlender Informationen von Verband und Liga zum Verlauf der Saison waren wir gezwungen, den Wünschen der Spieler zu entsprechen“, heißt es dort. Odessa war erst in der vergangenen Woche aus der Europa League ausgeschieden. Bei den Spielern handelt es sich um den Österreicher Markus Berger, den Brasilianer Anderson Santana, den Ivorer Franck Dja Djedje, den Spanier Sito Riera und den Argentinier Pablo Fontanello.

+++ 20:48 Uhr: Ukraine verschärft Sicherheit an Atomanlagen +++

Die Ukraine hat wegen der anhaltenden Krise die Sicherheitsvorkehrungen an ihren Atomanlagen verstärkt. Grund sei die „ernste Bedrohung der Sicherheit“ durch das russische Militär, teilte die ukrainische Führung am Dienstag der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien mit. Rechtswidrige Handlungen der russischen Streitkräfte auf ukrainischem Territorium und die Drohung mit Gewalt gefährdeten die Sicherheit der Ukraine, teilte der ukrainischen Vertreter bei der IAEA in einem Brief an die Atomenergiebehörde mit. Dies berge mögliche Folgen für die Atomanlagen in der Ukraine. Der Brief datiert vom 4. März und lag der Nachrichtenagentur Reuters vor. In dem Land sind 15 Atomreaktoren an vier AKW in Betrieb. Sie haben nach IAEA-Angaben im vergangenen Jahr fast 44 Prozent der Energie in dem Land geliefert.

+++ 20:19 Uhr: Russland testet Interkontinentalrakete +++

Inmitten der Krim-Krise hat die Atommacht Russland als Demonstration der Stärke eine mit Nuklearsprengköpfen bestückbare Interkontinentalrakete vom Typ Topol getestet. Die Rakete sei vom Truppenübungsgelände Kapustin Jar im Gebiet Astrachan im Norden Russlands gestartet worden, teilte der Sprecher des Moskauer Verteidigungsministeriums, Igor Jegorow, am Dienstag der Agentur Interfax zufolge mit. Das Geschoss sei wie geplant Tausende Kilometer südlich in der zentralasiatischen Republik Kasachstan auf dem Gelände Sary-Schagan eingeschlagen. Nach Angaben eines US-Vertreters war Washington jedoch vorab über den Test informiert.

+++ 19:30 Uhr: Kerry greift Putin scharf an +++

US-Außenminister John Kerry hat Russland vorgeworfen, nach einem Vorwand für eine weitere Invasion in der Ukraine zu suchen. Es sei klar, dass Moskau „hart daran gearbeitet hat, einen Vorwand zu schaffen, um weiter einmarschieren zu können“, sagte Kerry am Dienstag nach einem Treffen mit dem ukrainischen Übergangsregierungschef Arseni Jazenjuk in Kiew. Die militärische Einmischung auf der Krim sei ein „aggressiver Akt“. Moskau müsse seine Truppen zurück in die Kasernen rufen, forderte Kerry. Sonst würden die USA und ihre Partner Russland „politisch, diplomatisch und wirtschaftlich isolieren“. Putin konterte, Sanktionen schadeten auch dem Westen.

+++ 17:52 Uhr: Stabilität des euro-atlantischen Gebietes in Gefahr +++

Die russischen Militäraktionen in der Ukraine haben nach Ansicht von Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen „ernste Auswirkungen für die Sicherheit und Stabilität des euro-atlantischen Gebietes“. Nach Beratungen des Nato-Rates sagte Rasmussen am Dienstag in Brüssel: „Die Verbündeten stehen in dieser schweren Krise im Geiste starker Solidarität zusammen.“ Das Treffen in Brüssel war von Polen unter Berufung auf Artikel 4 des Nato-Vertrags beantragt worden. Dieser Artikel sieht Beratungen vor, wenn ein Nato-Mitglied meint, dass die Unversehrtheit des eigenen Territoriums, die politische Unabhängigkeit oder die eigene Sicherheit bedroht ist.
„Trotz wiederholter Aufforderungen der internationalen Gemeinschaft verletzt Russland weiterhin die Souveränität und die territoriale Unversehrtheit und missachtet die eigenen internationalen Verpflichtungen“, sagte Rasmussen. Die Nato werde ihre „gründliche und fortdauernde Bewertung der Folgen dieser Krise für die Sicherheit des Bündnisses intensivieren“.

+++16:16 Uhr: Russische und ukrainische Minister beraten sich +++

Minister der Ukraine und Russlands haben nach Worten von Regierungschef Arseni Jazenjuk mit Beratungen begonnen. Derweil haben sich auch die Chinesen in die diplomatischen Gespräche eingeschaltet: Putin berät sich nach russischen Angaben mit Chinas Staatschef Xi Jinping. Die Positionen der beiden lägen nah beieinander, heißt es aus dem Kreml.

+++14:06 Uhr: Die Krim-Krise und Fernsehen +++

Ihr Arbeitgeber, Russia Today, ist ein Staatssender und gilt als Sprachrohr der russischen Regierung. Die 29-jährige Moderatorin Abby Martin hat das nicht davon abgehalten, live im Fernsehen ihre Meinung zu sagen. Am Ende ihrer in Washington aufgezeichneten Sendung erklärt sie: „Ich kann nicht genug betonen, wie entschieden ich gegen jegliche Form von ausländischer Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines souveränen Staates bin. Was Russland getan hat, war falsch.“ Abzuwarten bleibt, was ihr Arbeitgeber Russia Today davon hält. Den Mitschnitt des Auftritts von Abby Martin kann man sich bei YouTube anschauen:

+++13:45 Uhr: USA könnten in Kürze mit Sanktionen beginnen+++

Die USA sind nach Angaben eines Regierungsvertreters bereit, Sanktionen gegen Russland zu verhängen. Dies werde „höchst wahrscheinlich sehr bald“ geschehen. Man gehe von einigen Tagen, nicht Wochen aus. Der Ukraine wollen die USA eine Milliarde Dollar Hilfe für die Energieversorgung zur Verfügung stellen. Das teilte das Weiße Haus am Dienstag in Washington mit.

+++11:55 Uhr: Putin sieht keine Notwendigkeit für militärischen Einsatz+++

Der russische Präsident Wladimir Putin sieht nach eigenen Angaben bisher keine Notwendigkeit für einen Militäreinsatz in der Ukraine. Das sagte Putin am Dienstag vor Journalisten im Moskauer Gebiet.

Die Ukraine wirft Russland allerdings vor, in den vergangenen Tagen tausende Soldaten auf die Krim geschickt zu haben. Uniformierte haben die Kontrolle über die zur Ukraine gehörende Schwarzmeer-Halbinsel übernommen. Putin sagte dazu ohne Erläuterung, es seien „Selbstverteidigungskräfte“.
Putin schloss einen Militäreinsatz für die Zukunft nicht aus. „Aber es gibt diese Möglichkeit“, ergänzte Putin in seiner Residenz in Nowo-Ogarjowo.

Den abgesetzten ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch hat er als den einzig legitimen Präsidenten der Ukraine bezeichnet. In der Ukraine habe sich „ein verfassungswidriger Umsturz und eine gewaltsame Machtergreifung“ ereignet, sagte Putin bei seiner ersten offiziellen Stellungnahme seit der Eskalation in der Krim.

+++11:23 Uhr: Gazprom streicht Gas-Rabatte+++

Russland erhöht mitten in der schwersten Krise mit der Ukraine die Gaspreise für den Nachbarn und fordert die Tilgung von Schulden. Die Ukraine könne ihre Februarrechnung für Gas nicht zahlen und stehe mit 1,529 Milliarden US-Dollar in der Kreide. Das sagte der Chef des russischen Gasmonopolisten Gazprom, Alexej Miller, am Dienstag der Agentur Interfax zufolge in Moskau. Der zuletzt gewährte 30-Prozent-Rabatt falle deshalb weg. Damit muss die Ukraine von April an wieder 400 Dollar pro 1000 Kubikmeter Gas zahlen - statt der 268,5 Dollar. Regierungschef Dmitri Medwedew begrüßte die Entscheidung. Wer nicht rechtzeitig zahle für Waren, müsse die Folgen tragen.

+++11.21 Uhr: Kreml-Berater warnt USA vor Sanktionen gegen Russland+++
Die Sanktionen würden zu einem „Zusammenbruch des Finanzsystems der USA“ führen und die Dominanz der USA auf den weltweiten Finanzmärkten beenden, warnte Glasjew. Russland schließt demnach nicht aus, internationale Transaktionen künftig in anderen Währungen abzuwickeln und auf den Dollar zu verzichten. Russland unterhalte bereits „hervorragende wirtschaftliche Beziehungen“ mit Ländern im Osten und Süden.

Sollten die USA Sanktionen gegen staatliche Strukturen in Russland beschließen und Guthaben einfrieren, seien russische Banken und Unternehmen zudem möglicherweise nicht mehr in der Lage, Kredite an US-Banken zurückzuzahlen, erklärte der Kreml-Berater.

US-Präsident Barack Obama hatte damit gedroht, „wirtschaftliche und diplomatische“ Maßnahmen zur Isolierung Russlands zu ergreifen, sollte Moskau seinen aktuellen Kurs in der Ukraine fortsetzen. Das US-Außenministerium prüft nach eigenen Angaben eine „weite Bandbreite“ von Sanktionen. Dazu zählen das Einfrieren von Vermögenswerten der russischen Elite und Visabeschränkungen. Auch russische Finanzinstitutionen könnte Washington ins Visier nehmen.
Der Westen legte seine Zusammenarbeit mit Russland in der G-8-Gruppe der führenden Industriestaaten bereits auf Eis. Die EU-Außenminister drohten nach einem Krisentreffen am Montag ebenfalls mit Sanktionen, sollte Moskau nichts zur Entschärfung der Situation unternehmen. Am Donnerstag will die Europäische Union bei einem Sondergipfel darüber beraten.

+++10:15 Uhr: Wirtschaftsminister Gabriel sieht Energieversorgung nicht gefährdet+++

Die Energieversorgung in der EU ist nach Einschätzung von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel durch die Krim-Krise nicht gefährdet. Zumindest die Westeuropäer hätten die Erfahrung gemacht, dass Russland ein absolut vertragstreuer Lieferant sei, sagt Gabriel vor einem Treffen der EU-Energieminister in Brüssel. Allerdings müsse die EU nun der Ukraine helfen, die in der Frage der Gasversorgung große Sorgen habe.

+++8.06 Uhr: Russische Kriegsschiffe auf dem Weg ins Schwarze Meer+++

Im Zuge der Krise auf der ukrainischen Halbinsel Krim haben zwei russische Kriegsschiffe den Bosporus in der türkischen Metropole Istanbul passiert. Die beiden Schiffe der russischen Schwarzmeerflotte kamen vom Mittelmeer und waren auf dem Weg zum Schwarzen Meer. Nach türkischen Medienberichten handelte es sich um die „Saratow“ (Nummer 150) und die „Jamal“ (Nummer 156). Sie durchquerten die Meerenge am Dienstagmorgen gegen 07.30 Uhr.

+++7.35 Uhr: Putin ordnet offenbar Truppenrückzug an+++

Russlands Präsident Wladimir Putin hat Agenturberichten zufolge die in dieser Woche an Manövern unweit der Ukraine beteiligten Soldaten angewiesen, in ihre Stützpunkte zurückzukehren. Die Übungen seien erfolgreich gewesen, zitierten russische Agenturen einen Kreml-Sprecher am Dienstag. Die Manöver fanden im Westen Russlands statt in einem Gebiet, das an die Ukraine grenzt.

Nach russischer Darstellung hatten sie nichts mit den Vorgängen in dem Nachbarland zu tun. In der Ukraine hatte sich die Lage nach dem dortigen politischen Umsturz zuletzt massiv zugespitzt. Befürchtet wurde ein militärisches Einschreiten Russlands.

Die russische Börse reagierten mit deutlichen Kursgewinnen auf die Agenturberichte. Der Aktienindex MICEX stieg zur Eröffnung 3,4 Prozent.

+++6.14 Uhr: USA frieren Kontakt mit russischen Militär ein+++

Im Zuge der Krise auf der ukrainischen Halbinsel Krim hat das Pentagon sämtlichen Kontakt zum russischen Militär eingefroren. Jegliches Engagement des US-Militärs mit Russlands Militär sei gestoppt worden, teilte Pentagonsprecher John Kirby am Montagabend (Ortszeit) in Washington mit.

Auch gemeinsame Übungen, bilaterale Treffen, Hafenvisiten und Planungskonferenzen seien ausgesetzt worden. Die militärischen Beziehungen beider Länder hätten in den vergangenen Jahren für Transparenz gesorgt und das „Risiko militärischer Fehleinschätzungen“ verhindert, hieß es.

Das US-Verteidigungsministerium überwache die Situation in der Ukraine genau und stehe mit Partnern, Verbündeten und der Nato in engem Kontakt. Washington rief Moskau erneut dazu auf, die Lage zu entschärfen und seine Truppen auf der Krim zurück auf ihre Stützpunkte zu ziehen.

Medienberichte über mögliche Bewegungen von US-Kriegsschiffen in Richtung Schwarzes Meer bestätigte das Pentagon am Abend nicht. Die US-Marine unternehme ihre regelmäßigen Operationen und Übungen wie bereits geplant.