Am 2. Oktober 1989, fünf Tage vor dem vierzigsten und zugleich letzten Jahrestag der DDR, empfing Erich Honecker den britischen Geschäftsmann Robert Maxwell. Der Verleger und Eigentümer mehrerer Zeitungen, der in einer Edition bekannter Politiker aus Ost und West auch Honeckers Biografie „Aus meinem Leben“ publiziert hatte, übergab dem SED-Generalsekretär das erste Exemplar einer DDR-Enzyklopädie. Die Männer kannten sich. Maxwell, der 1923 als Sohn eines jüdischen Landarbeiters in den Karpaten geboren wurde, während des Zweiten Weltkriegs nach England flüchtete und von dort aus gegen die Nazis kämpfte, fühlte sich der DDR als dem „guten neuen Deutschland“ verbunden.

Der ehemalige Labour-Abgeordnete sorgte sich um Honecker, denn ihm war nicht entgangen, dass dessen Staat in der Krise steckte. In Massen flüchteten DDR-Bürger und gelangten über die seit Kurzem offene ungarische Grenze in den Westen. Im ganzen Land protestierten Zehntausende gegen die Bevormundung durch die SED. Immer mehr durch die Misswirtschaft der Planbürokratie ausgelaugte Betriebe standen vor dem Zusammenbruch.

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