Ganz in Schwarz tritt Angela Merkel am Samstagmorgen vor die Kameras im Kanzleramt. Die Worte die sie wählt, nur wenige Stunden nach den Attentaten von Paris, sind hoch emotional: „Wir, die deutschen Freunde, fühlen uns Ihnen so nah“, sagt sie an Frankreich gerichtet. „Wir weinen mit Ihnen.“ Ein Alptraum von Gewalt, Terror und Angst sei über die französische Hauptstadt hereingebrochen. Opfer geworden seien Menschen, die „das Leben freier Menschen“ leben wollten. „Hinter uns liegt eine der schrecklichsten Nächte, die Europa seit langer Zeit erlebt hat“, sagt Merkel.

Was folgt daraus? Konkretes teilt Merkel in ihrem kurzen Statement nicht mit, außer dass deutsche Sicherheitskräfte Frankreich bei der Suche nach den Tätern und deren Hintermännern unterstützen werden. „Wir werden gemeinsam mit Ihnen den Kampf gegen die führen, die Ihnen das angetan haben“, so formuliert es die Kanzlerin.

Klare Botschaft

Im Laufe des Tages wird sie sich mit ihren Ministern treffen, um über Konsequenzen zu beraten. Frankreich hat Grenzkontrollen eingeführt, mit Sicherheit wird auch das Thema bei den Beratungen sein. Der Streit mit Innenminister Thomas de Maizière und Finanzminister Wolfgang Schäuble über die Flüchtlingspolitik wird da – hoffentlich – in den Hintergrund rücken.

Merkels Botschaft ist klar: „Der Angriff auf die Freiheit gilt nicht nur Paris. Er meint uns alle. Er trifft uns alle.“ Ihre Stimme wackelt ein wenig.

Das Wort Angst kommt bei ihr kein zweites Mal vor. Sie setzt auf das Gegenteil, aufs Mutmachen. Mitmenschlichkeit, Nähe, Freude an der Gemeinschaft, Toleranz und der Glaube an das Recht des Einzelnen zeichneten unsere Gesellschaft aus, sagt sie. Und das werde man weiter selbstbewusst leben.  „Wir wissen, dass unser freies Leben stärker ist als jeder Terror.“

Lesen Sie die Erklärung der Bundeskanzlerin auf der folgenden Seite im Wortlaut.