Dieser Elektrozaun an der deutsch-polnischen Grenze soll verhindern, dass noch mehr infizierte Wildschweine aus Polen nach Deutschland gelangen.
Foto: imago images/photothek

BerlinMauern schützen, Zäune auch. Das weiß jeder, der in einem regensicheren Haus wohnt oder den Garten wegen wilder Tiere mit Maschendraht einhegt. Aber Zäune und Mauern sind auch äußerst unbeliebt, wenn sie an Staatsgrenzen stehen und Menschen davon abhalten, ihr Menschenrecht auf Mobilität wahrzunehmen, also das Recht zur reisen oder auszuwandern.

Nun beklagen nicht nur Jäger und Bauern, dass im Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest schon längst ein Zaun entlang der Grenze zu Polen hätte gebaut sein müssen. Ein flacher und möglichst durchgängiger Zaun hätte vielleicht verhindert, dass die tödliche Tierseuche nach Deutschland eingeschleppt wird.  

Noch ist es nicht zu spät, möglichst hart gegen die Seuche vorzugehen, auch weil dann nicht so viele Wildschweine verenden müssten. Es ist nun mal eine Krankheit, die für betroffene Schweine immer tödlich endet. Es geht also um den Schutz der Wildtiere vor einem grausamen Tod.

Aber auch um den Schutz der Fleischindustrie. Die wird zwar zu Recht wegen vieler Punkte heftig kritisiert, aber anders als der Traum mancher Veganer ist Deutschland noch immer ein Fleischland - ein Schweinefleischland.

Und nur Zyniker können es gut finden, wenn massenhaft Leute unverschuldet und schlagartig ihre Jobs verlieren. Denn es sind Leute, die oft aus dem Ausland kommen und hier als Billiglöhner schuften. Alternativen haben sie kaum - auch wegen der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise.

Deshalb ist es den Krisenbewältigern in Ostbrandenburg zu wünschen, dass sie die Tierseuche schnell besiegen. Doch selbst dann kann jederzeit ein infiziertes Wildschwein die Krankheit wieder aus Polen über die Grenze tragen. 

Deshalb sollte schnell ein Grenzzaun gebaut werden, denn es ist ein Zaun, der kranke Wildschweine aufhalten soll, keine Menschen.