Jerusalem - Bei einem israelischen Luftangriff auf den Gazastreifen sind nach Angaben palästinensischer Medien mindestens sechs Menschen in einem Haus getötet worden. Nähere Angaben lagen zunächst nicht vor. Zuvor hatte die radikalislamische Hamas ihre Raketenangriffe auf die israelischen Großstädte Tel Aviv und Jerusalem ausgeweitet.

Eine aus dem Gazastreifen abgefeuerte Rakete war am Dienstagabend direkt in einem Haus in Jerusalem eingeschlagen. Das israelische Fernsehen berichtete, dabei sei niemand verletzt worden. Militante Palästinenser feuerten den Berichten zufolge in kurzer Folge etwa 40 Raketen mit größerer Reichweite auf israelische Ortschaften ab. Warnsirenen heulten auch in Ortschaften nördlich von Tel Aviv sowie in Beerscheva, Aschkelon und Aschdod.

Über dem Großraum Tel Aviv wurde eine weitere aus dem Gazastreifen abgefeuerte Rakete abgefangen. Im Zentrum Tel Avivs war keine Warnsirene, aber eine dumpfe Explosion zu hören. Zuvor hatten militante Palästinenser im Gazastreifen erstmals seit fast zwei Jahren Tel Aviv wieder mit einer Rakete angegriffen. Auch dieses Geschoss wurde abgefangen.

Luftschutzbunker geöffnet

Die radikalislamische Hamas erklärte kurz darauf, sie habe Raketen auf Jerusalem, Tel Aviv und die nördlich gelegene israelische Hafenstadt Haifa abgefeuert. Auf Tel Aviv war zuletzt 2008 eine palästinensische Rakete gefeuert worden. In der Stadt und in Jerusalem wurden am Abend alle Luftschutzbunker geöffnet.

In den vergangenen Tagen war die Gewalt zwischen Israel und der im Gazastreifen herrschenden Hamas eskaliert. Es wird befürchtet, dass es zu einem neuen Krieg im Gazastreifen kommt. (dpa,afp)