Köln - Die Grünen wollen die Ersten gewesen sein. Im bayerischen Landtagswahlkampf 2008 habe man auf ein neues Konzept gesetzt – und damit hat die Partei offensichtlich einen bundesweiten und parteiübergreifenden Trend ins Rollen gebracht.

Denn jetzt setzen viele Parteien im Wahlkampf für die Europawahl auf Plakatspenden. In den meisten Fällen spenden die Wähler eine bestimmte Summe für die Buchung einer Plakatfläche und können oft sogar einen eigenen Ort für ihr Plakat bestimmen – und so beispielsweise ein Plakat der favorisierten Partei vor dem eigenen Küchenfenster platzieren lassen. Der Preis für eine Spende ist abhängig vom Standort und schwankt zwischen 50 und 700 Euro für eine Dekade, also einem Zeitraum von zehn oder elf Tagen.

Bei den meisten Plakatspenden handelt es sich um Buchungen für Großflächenplakate oder Litfaßsäulen. Bei den Grünen etwa liegt der Durchschnittspreis für eine Spende bei 172,50 Euro, damit finanziert der Geldgeber Druck, Klebung und Miete für den Standort. Insgesamt seien 903 Plakate gespendet worden – rund ein Drittel mehr als noch bei der Europawahl 2009.

Mit 903 Plakatspenden sind die Grünen Spitzenreiter in diesem Wahlkampf, gefolgt von der AfD (483), der Linken (160), den Piraten (68) und der FDP (50). Anders als bei den Bundestagswahlen haben CDU und SPD bei der Europawahl keine Plakatspendenaktion gestartet.

Alle teilnehmenden Parteien sind zufrieden mit den Ergebnissen ihrer Aktion und planen es auch bei weiteren Wahlkämpfen, die Plakatspenden einzusetzen. Die Piratenpartei will das Prinzip sogar ausweiten: „Wir wollen dauerhaft die Möglichkeit geben, für ein Großplakat zu spenden – auch in der Zeit zwischen den Wahlkämpfen“, sagt Pressesprecherin Anita Möllering. Dann soll es sogar möglich sein, eigene Motive zu erstellen und zu spenden.