Zwischen Jordan und Mittelmeer kämpfen seit Jahrzehnten Israelis und Palästinenser um Land und Wasser. Dabei führten Israel und seine arabischen Nachbarn mehrere Kriege. Friedensbemühungen verliefen immer wieder im Sande. Ein Überblick.

Der Nahost-Konflikt

Israel wurde 1948 gegründet. Die Armeen fünf arabischer Länder überschritten daraufhin die Grenzen, wurden aber zurückgeschlagen. Es folgten der Nahostkrieg 1956 und der Sechs-Tage-Krieg 1967, in dem Israel große Gebiete erobern konnte, die es zum Teil bis heute besetzt hält. Im Jom-Kippur-Krieg 1973 konnte Israel nur unter schweren Verlusten Angriffe der Ägypter und Syrer abwehren.

Während der ersten Intifada von 1987 bis 1993 verloren etwa 2200 Palästinenser und 200 Israelis ihr Leben. Bei der zweiten Intifada zwischen 2000 und 2005 gab es über 3500 palästinensische Tote und mehr als 1000 israelische.

2007 vertrieb die radikal-islamische Hamas in einem blutigen Machtkampf unter Palästinensern die Fatah von Mahmud Abbas aus dem Gazastreifen. Danach führten Israel und die militanten Palästinenser im Gazastreifen drei Kriege gegeneinander.

Die Friedensverhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern liegen seit April 2014 auf Eis. Die strittigsten Fragen sind die Grenzziehung, der Status von Jerusalem, das Schicksal palästinensischer Flüchtlinge und Vertriebener sowie Sicherheitsgarantien für Israel. 

Jerusalem: Heilige Stadt und Zankapfel

Die Stadt Jerusalem beherbergt bedeutende religiöse Zentren für Judentum, Islam und Christentum. Seit 1967 hält Israel neben dem westlichen auch den arabisch geprägten Ostteil. Der Status der Stadt ist eine der zentralen Streitfragen im Nahost-Konflikt. Israel beansprucht Jerusalem als seine „ewige und unteilbare Hauptstadt“. Den Anspruch der Palästinenser auf den Ostteil als künftige Hauptstadt eines unabhängigen Palästinenserstaats lehnt Israel ab.

Nach Ansicht der internationalen Gemeinschaft muss der Status Jerusalems in Friedensgesprächen beider Parteien festgelegt werden. Auch verschiedene Lösungsvorschläge der USA sahen bislang eine Aufteilung der Stadtgebiete unter Israelis und Palästinensern vor.

US-Präsident Donald Trump verkündete im Dezember 2017 den Umzug der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem. Die Entscheidung stieß international auf heftige Kritik und gilt den Palästinensern als Zerstörung der Zwei-Staaten-Lösung. Trump betonte allerdings auch, trotz der Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels müsse der künftige Grenzverlauf in der Stadt in Verhandlungen beider Seiten geklärt werden.

Siedler im Westjordanland

Inmitten von etwa 3,1 Millionen Palästinensern leben Schätzungen zufolge mehr als 515.000 israelische Siedler im Westjordanland und in Ost-Jerusalem. Nach Angaben der israelischen Menschenrechtsorganisation B'tselem gibt es im Westjordanland 125 von Israel genehmigte Siedlungen. Hinzu kommen etwa 100 „wilde“ Siedlungen, die nach israelischem Recht zwar illegal sind, aber dennoch vom Staat unterstützt werden. Israel kündigt immer wieder den Bau Tausender neuer Siedlerwohnungen an, betont aber, die meisten von ihnen sollten in den Gebieten entstehen, die man auch im Rahmen einer künftigen Friedensregelung behalten wolle.

Das Recht auf Rückkehr

Als Folge der Kriege 1948/49 und 1967 gibt es nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerkes UNRWA in den Palästinensergebieten sowie in Israels Nachbarländern etwa fünf Millionen registrierte Flüchtlinge und deren Nachkommen. Sie sollen nach dem Willen Israels kein Recht auf Rückkehr nach Israel erhalten. Die Palästinenser beharren offiziell auf einem Rückkehrrecht nach Israel, was die Juden dort absehbar zur Minderheit machen würde.

Der Kampf um Wasser

Schon seit Jahrzehnten wird vor einem Nahost-Krieg um Wasserquellen gewarnt. Wegen des Bevölkerungswachstums und der oft rücksichtslosen Ausbeutung der Ressourcen werden die Süßwasservorräte immer knapper. Amnesty International wirft Israel vor, Palästinenser bei der Nutzung der gemeinsamen Ressourcen zu benachteiligen, was die Regierung zurückweist. (dpa)