Der ehemalige Bundesverkehrsminister Günther Krause (CDU).
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BerlinNoch soll er in Australien sein: Günther Krause (66), der wegen gesundheitlicher Probleme nach einem Tag das RTL-Dschungelcamp verlassen musste. Es heißt, Ende Januar würde der einstige CDU-Politiker, der in der Vergangenheit vor allem Schlagzeilen wegen seiner Finanzprobleme machte, die Heimreise antreten. Doch wird Krause kaum Zeit finden, sich zu erholen. Der Spiegel berichtet über einen Haftbefehl gegen seine Frau Heike Krause-Augustin. Möglich, dass Krause deshalb nach Spanien reisen muss. Dort soll sich seine Frau aufhalten, wie die Berliner Zeitung erfuhr.

Ihr Mann hatte vor dem Einzug ins Dschungelcamp berichtet, dass seine Frau und er in Pedreguer an der Costa Blanca leben. „Ich lebe ein halbes Jahr dort und ein halbes Jahr in Deutschland“, sagte Krause dem Sender RTL. Dort gebe es eine Villa, berichtet der Spiegel, die Krauses Ehefrau gekauft haben soll. Um den Wert dieses Hauses und damit um die Vermögensverhältnisse von Krauses Frau soll es   in dem aktuellen Haftbefehl gehen.

Krause, der vor 30 Jahren für die DDR den Vertrag zur Wiedervereinigung Deutschlands unterzeichnete und 1993 als Bundesverkehrsminister aufgrund mehrerer Affären zurücktrat, hätte sich das Anwesen wohl gar nicht leisten können. Wegen der millionenschweren Insolvenz einer seiner Firmen musste er 2001 einen Offenbarungseid leisten.

Villa in Mecklenburg wurde nie bezahlt

Krauses Schuldendrama sorgte dafür, dass nun die Ehefrau private Geschäfte tätigen musste – nicht erst bei der Villa in Spanien. So kaufte Heike Krause-Augustin 2017 auch eine 300-Quadratmeter-Villa an der Mecklenburgischen Seenplatte. Die Krauses zogen in die Villa ein. Nur der Kaufpreis von 459.000 Euro wurde an die Vorbesitzerin Waltraud S. nicht gezahlt. Die Unternehmerin klagte gegen Krauses Ehefrau, weil sie offiziell die Käuferin war. Der Fall ging vor das Landgericht Neubrandenburg. Denn trotz wiederholter Beteuerungen der Krauses sei der Kaufpreis nie gezahlt worden. „Ich bin schrecklich enttäuscht vom Ex-Minister“, sagte damals die Vorbesitzerin vor Gericht.

Im Frühjahr 2018 legte der Richter fest: Zahlen die Krauses bis zu einem bestimmten Termin nicht, müssen sie die Villa räumen. Die Frist lief im April 2018 ab, es floss kein Cent, das Ehepaar musste die Villa verlassen.

Der Haftbefehl, der gegen Heike Krause-Augustin im Herbst 2019 erlassen wurde, ist ein Nachspiel dieser Geschichte.   Erwirkt wurde er von Anwalt Arne Trimpop, der die Villen-Besitzerin Waltraud S. in der Klage vertrat. „Der Grund sind die Prozesskosten von 20 000 Euro, die die Gegenseite an uns zu zahlen hat“, sagte Trimpop der Berliner Zeitung. „Etwa drei Viertel der Summe steht noch aus.“ Versuche, die Außenstände zu pfänden, „liefen ins Leere“, sagte der Anwalt. Auch hätte Frau Krause-Augustin nicht ihre Vermögenswerte offengelegt, zu der auch die Villa in Spanien gehören solle, sagt Trimpop. Um nicht einen Gerichtsvollzieher nach Spanien zu schicken, was die ganze Sache nur verteuern würde, habe man einen anderen Weg eingeschlagen. „Wir haben im September 2019 am Amtsgericht Potsdam einen Haftbefehl gegen die Ehefrau beantragt, der nun auch in Kraft getreten ist“, sagte Anwalt Trimpop.

Manager streitet Forderungen ab

„Durch die Beugehaft wollen wir erzwingen, dass Frau Krause-Augustin ihre Vermögenswerte offenlegt, damit der noch zu zahlende Prozesskostenbeitrag gepfändet werden kann“, sagte der Jurist. Es habe schon zwei Versuche gegeben, den Haftbefehl umzusetzen. Diese seien gescheitert.

Günther Krauses Manager Holger Thorsten Schubart sagte auf RTL-Anfrage: „Die finanziellen Forderungen werden in dieser Form bestritten und es gibt noch Schadenersatzforderungen an die Gegenseite, die von unserer Seite geltend gemacht werden sollen. Man muss am Ende sehen, wie es ausgeht.“