Nach mehr als drei Jahrzehnten in Haft trifft Jens Söring am Flughafen ein.
Foto: dpa/Andreas Arnold

Washington/Frankfurt/MainDer in den USA wegen Doppelmordes verurteilte Ex-Häftling Jens Söring ist zurück in Deutschland. Eine Linienmaschine aus Washington mit dem 53-Jährigen an Bord landete am Dienstag nach rund sieben Stunden Flug auf dem Frankfurter Flughafen. 

Nach seiner Rückkehr aus den USA hat sich der wegen Doppelmordes verurteilte Ex-Häftling Jens Söring glücklich und überwältigt gezeigt. „Das ist der schönste Tag meines Lebens“, sagte er am Dienstag in einem kurzen Statement nach der Landung in Frankfurt. „Ich bin so froh und dankbar.“ Freunde und Unterstützer hatten ihn dort in Empfang genommen und jubelnd begrüßt. Söring sagte, er wolle nun erst einmal zur Ruhe kommen. „Ich muss hier psychologisch und emotional ankommen in Deutschland.“ Er habe das Land seit drei Jahrzehnten nicht mehr gesehen.

Das ist der schönste Tag meines Lebens. Ich bin so froh und dankbar.

Jens Söring bei seiner Rückkehr

Wegen Mordes an den Eltern seiner damaligen Freundin Elizabeth Haysom im Jahr 1985 war der Deutsche zu zweimal lebenslanger Haft verurteilt worden und hat fast 30 Jahre in US-amerikanischen Gefängnissen verbracht. Söring hatte die Morde zunächst gestanden, später aber das Geständnis widerrufen. Er beteuert bis heute seine Unschuld.

Jens Söring von Unterstützern empfangen

Jens Söring wird nach seiner Ankunft von seinen Unterstützern empfangen.
Foto: dpa/ Boris Roessler

Festgenommen worden waren Söring und Haysom 1986 in Großbritannien. Dorthin waren sie geflüchtet, als sie wegen des Mordes unter Verdacht gerieten. Großbritannien stimmte der Auslieferung Sörings an die USA nur unter der Bedingung zu, dass die Todesstrafe nicht verhängt wird. Haysom wurde wegen Anstiftung zum Mord zu zweimal 45 Jahren Haft verurteilt. Der Fall erregte in den USA und international viel Aufmerksamkeit und polarisiert noch immer. Rund drei Wochen verbrachte Söring in Auslieferungshaft. Reporter der „Bild“-Zeitung besuchten ihn dort. Mit Blick auf das Staatsgefängnis in Virginia, wo er zuvor inhaftiert gewesen war, sagte er der „Bild“: „Das Schlimmste, was man sich über Gefängnisse in Amerika ausmalen kann, war dort alles Wirklichkeit.“ Jeder Tag sei ein Überlebenskampf gewesen. Es habe „immer mehr Gangs, Drogen und Tote“ gegeben.