Lothar Heinz Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts, informiert über die aktuelle Lage in der Corona-Epidemie. 
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BerlinDer Präsident des Robert-Koch-Institutes, Lothar Wieler, hat sich am Freitag vorsichtig optimistisch zur Entwicklung der Coronavirus-Epidemie in Deutschland gezeigt. „Wir sehen, dass die Maßnahmen wirken“, sagte er. Die Zahl der Neuerkrankungen steige weiter, aber nicht mehr so schnell wie noch vor eingen Tagen. Gleichzeitig betonte er, dass man nun auf keinen Fall nachlassen dürfe in dem Bemühen, die Zahl der Neuerkrankungen zurückzudrängen.

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Sterberate steigt

Mit dem Stand vom 3. April gibt es laut RKI nun 79.696 Covid-19-Erkrankte in Deutschland. Das ist eine Zunahme von 6174 zum Vortag. Die Zahl der Toten ist auf 1.017 weiter gestiegen. Damit sterben in Deutschland 1,2 Prozent der Erkrankten.

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Wieler rechnet damit, dass die Todesrate weiter steigen wird. Eine genauere Prognose wollte er nicht machen. Im Durchschnitt sind die Menschen, die in Deutschland an Covid-19 starben, 80 Jahre alt. „Es sterben aber auch Menschen, die jünger sind als 60 Jahre“, betonte Wieler am Freitag.

Starke Unterschiede in den Bundesländern 

Durchschnittlich gibt es in Deutschland 96 Fälle pro 100.000 Einwohner, allerdings schwankt dieser Anteil stark in den Regionen des Landes. So sind es in Bayern 155 Fälle pro 100.000 Einwohner, in Hamburg 141, in den Mecklenburg-Vorpommern 29 Fälle pro 100.000 Einwohner.

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Die Covid-19-Kranken sind im Durchschnitt 48 Jahre alt, mit 51 Prozent sind nach wie vor mehr Männer als Frauen betroffen. Als häufigste Symptome nannte Wieler Husten und Fieber.

Skeptisch äußerte sich Wieler über die Kapaität der Intensivbetten. Sie sei zwar deutlich hochgefahren worden, er rechne aber damit, dass sie nicht ausreichen werden. "Ich freue mich sehr, wenn ich hier falsch liege."

Abstand halten ist besser als eine Maske

Nach wie vor gelte als oberstes Schutzprinzip Abstand zu anderen Menschen zu halten und eine gute Handhygiene. Stoffmasken könnten einen dabei helfen, beim Husten Tröpfchen zurückzuhalten und so einen gewissen Schutz für andere Menschen bieten.

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„Es gibt keine wissenschaftlichen Belege für einen Fremdschutz“, sagte Wieler. „Es erscheint aber plausibel.“ Wichtig sei jedoch, dass man sich beim Tragen einer Stoffmaske nicht in falscher Sicherheit wiege, sonst könne sie mehr schaden als nutzen. Der Träger selbst sei durch eine derartige Maske nicht geschützt.

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