Fabian Dörner im Stadtparlament der oberfränkischen Stadt Bamberg.
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BerlinIn kleinen Parteien können manche recht schnell eine große Karriere machen. Zum Beispiel Fabian Dörner, der seit 2016 Mitglied in der Satire-Partei „Die Partei“ ist und im Vorjahr für das Oberbürgermeisteramt in Bamberg kandidierte, der größten Stadt in Oberfranken. Das hat nicht geklappt. Aber der 41-Jährige sitzt im Parlament der 78.000-Einwohner-Kommune, die wegen ihrer Altstadt Unesco-Welterbe ist.

Als einer von 44 Stadträten zählt er zum Rückgrat der kommunalen Demokratie. Doch was ihn zu etwas Besonderem macht, ist seine Aktion bei der Vereidigung der Parlamentarier, die in Bayern üblich ist. Er trat in einer Aufmachung auf, die ihm reichlich Anfeindungen einbrachte.

Dörner ist nämlich auch in der Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters, eines religionskritischen Vereins, der mit satirischen Mitteln die seiner Meinung nach überholte Dominanz der christlichen Kirchen in unserer säkularen Gesellschaft aufzeigen will. Die Nudelgläubigen nennen sich Pastafaris, und ihr Markenzeichen sind Piratenhüte. „Einen solchen trug ich zur Vereidigung“, sagt Dörner. Damit ist er bundesweit der erste Abgeordnete der Nudelgläubigen. Beim Eid sagte er auch nicht: „Ich gelobe“, sondern:„Ich gelobnudele.“

Was lustig klingt, hat für ihn einen ernsten Kern. Das merkte er auch an den Reaktionen. Von christlicher Seite sei er heftig angegangen worden. „Im Internet hieß es: Es müsse sich doch jemand finden, der eine Klage anstrengt, um mir die Vereidigung abzuerkennen.“ Der Vorwurf lautete, er nehme die Sache nicht ernst. „Das stimmt nicht. Ich will aber aufzeigen, dass es eine klare Ungleichheit gibt.“

So wurde er beim Eid vor die Wahl gestellt „So wahr mir Gott helfe“ zu sagen oder gar nichts. Er wollte sagen: „So wahr mir das Monster helfe.“ Doch dies sei ihm verboten worden. „Warum ist nur die christliche Eidesformel erlaubt. Warum darf nicht jeder eine Formel sagen, die seiner Weltanschauung entspricht?“

Dörner arbeitet als Berater für erneuerbare Energien bei einem Großkonzern. In der Freizeit fertigt er historische Kleidung und tritt in Museumsdörfern als Darsteller von Menschen aus dem Frühmittelalter auf. Politisch steht er auf der linken Seite des Spektrums. Das sorgt in Bamberg auch wieder für Ärger. Denn er will mit der Linken Liste eine Fraktion bilden, weil sie dann mehr Rechte im Parlament haben. Aber das will die Verwaltung aus formellen Gründen nicht zulassen. „In anderen bayerischen Städten wird das praktiziert. Also kämpfen wir weiter. Es geht ums Prinzip.“