Mit einem Facebook-Post zu den Terrorangriffen in Brüssel hat die CDU-Politikerin und frühere DDR-Bürgerrechtlerin Vera Lengsfeld eine heftige Debatte ausgelöst. Darin gab die ehemalige Bundestagsabgeordnete Kanzlerin Angela Merkel (CDU) offenbar die direkte Mitschuld an den Bombenanschlägen in der belgischen Hauptstadt, bei denen am Dienstagmorgen mindestens 30 Menschen getötet und 230 verletzt wurden.

So schrieb die mittlerweile als freischaffende Autorin tätige Lengsfeld am Vormittag: Merkel habe „alles dafür getan, dass der Terror in Europa Fuß fassen kann" Und weiter: "Lasst uns Angela Merkel feiern, sie hat es geschafft!”

Im Netz sorgte dieser Post umgehend für Empörung. Der sächsische Landesverband der Linken twitterte:

Auch der ehemalige Chefredakteur der Bild-Zeitung, Kai Diekmann, meldete sich zu Wort:

Sogar Vera Lengsfelds Sohn, Philip Lengsfeld, der für die Berliner CDU im Bundestag sitzt und wie seine Mutter früher Grünen-Mitglied war, sah sich zu einer Reaktion veranlasst und distanzierte sich von dem Posting. Er sehe keinen Grund zwischen der Kanzlerin respektive der deutschen Regierung und den Terrorangriffen in Brüssel eine Verbindung herzustellen.

Schon wieder jemand #mausgerutscht?

Vera Lengsfeld selbst äußerte sich am Nachmittag auf Nachfrage des Tagesspiegel zu dem umstrittenen Kommentar. Dort gab sie als Erklärung an, sie habe lediglich einen Artikel der österreichischen „Kronen-Zeitung” zu den Terroranschlägen in Brüssel teilen wollen. Dabei habe sie versehentlich den Kommentar einer anderen Facebook-Userin übernommen und ebenfalls weiterverbreitet.

Allerdings kann Lengsfeld dabei den enstprechenden Inhalt nicht über die „Teilen”-Funktion übernommen haben, sondern nur explizit per Copy und Paste, da ansonsten der Name der ursprünglichen Kommentatorin angezeigt worden wäre. Genaue Angaben über die Urheberin machte Lengsfeld nicht. Inzwischen hat sie den Post von ihrer Facebook-Seite gelöscht und distanzierte sich von dem Inhalt.

Manche ziehen nun Parallelen zu dem Fall der Europaabgeordneten und Berliner Landesvorsitzenden der AfD Beatrix von Storch. Diese hatte vor einigen Wochen auf Facebook die Frage, ob Flüchtlingsfrauen mit Kindern notfalls mit Waffengewalt am Übertritt der deutschen Staatsgrenze gehindert werden sollen, mit „Ja” beantwortet. Kurz darauf erklärte von Storch, sie sei bei der Kommentierung auf ihrer Maus ausgerutscht.