Berlin - Wenige Wochen vor der Bundestagswahl hat die Satirepartei „Die Partei” mit einer offenbar langangelegten Aktion im Internet für Furore gesorgt. So verkündete Satiriker und Parteimitglied Shahak Shapira in einem Video auf dem Facebook-Account der Partei, dass es ihren Mitgliedern gelungen sei, mit falschen Accounts in 31 geheimen AfD-Gruppen so an Einfluss zu gewinnen, dass sie zu Administratoren aufgestiegen seien.

Daraufhin hätten die Mitglieder der Partei alle anderen Administratoren gelöscht, die Gruppen öffentlich gemacht und namentlich verändert. Aus der Gruppe „Heimat-Liebe” wurde die Gruppe „Hummus-Liebe”, die „AfD-Freunde” wurden zu „Die PARTEI-Freunde” und „Die Wahrheit über die Antifa” zu „I love Antifa”.

Die Aktion hatte dabei nicht nur einen satirischen Effekt, sondern sorgte auch für Aufklärung über die Strukturen und Inhalte der geschlossenen Gruppen. So seien laut Shapira alle der gekaperten Gruppen von einer einzelnen Frau gegründet worden, moderiert wurden sie ebenfalls alle von einem rheinland-pfälzischen AfD-Funktionär.

Nutzung von automatisierten Bots bestätigt

Zudem seien Beiträge von einem dritten AfD-Mitglied genau beobachtet und kritische Mitglieder rausgeworfen worden. Auch bestätigte Shapira in dem veröffentlichten Video, dass beim Aufbau der Gruppen automatisierte Bots eingesetzt wurden. Shapiras Kommentar: „Von nun werden sie ausschließlich von echten Menschen verarscht!”

Im Internet sorgte die Aktion vor allem bei Gegnern der AfD für Jubelstürme, innerhalb der Gruppen hingegen für Frust. Shapira kommentierte zum Abschluss trocken: „Wer eine Facebook-Gruppe nicht aufrecht erhalten kann, wird es mit einem ganzen Land erst recht nicht schaffen.”