Columbia - Der Mord an einer Studentin in den USA hat dort eine Debatte über die Sicherheit von Fahrdienst-Vermittlern wie Uber oder Lyft ausgelöst. US-Sender verbreiteten am Dienstag Sicherheitstipps für Fahrten mit den in den USA extrem beliebten Anbietern - unter anderem riefen sie Passagiere dazu auf, sicherzustellen, dass sie ins richtige Auto steigen.

Die 21 Jahre alte Studentin war in der Nacht zu Freitag in Columbia im Bundesstaat South Carolina in ein Fahrzeug eingestiegen, das sie nach Überzeugung der Polizei fälschlicherweise für den Uber-Wagen hielt, den sie gerufen hatte. Später wurde ihre Leiche gefunden.

Die Polizei nahm den Fahrer des Wagens fest. In dem am Montag (Ortszeit) veröffentlichten Haftbefehl werden dem Verdächtigen Mord und Entführung vorgeworfen. Dort heißt es, eine Analyse habe ergeben, dass im Kofferraum und im Innenraum des Fahrzeugs entdecktes Blut von der Studentin sei. Ermittler hätten in dem Auto auch das Handy des Opfers gefunden. Die Untersuchungen hätten zudem zu Tage gefördert, dass die Kindersicherung aktiviert und die Fensteröffner blockiert gewesen seien. Das Opfer habe daher keine Chance gehabt zu fliehen.

Leiche der Studentin in Waldgebiet gefunden

In dem Haftbefehl heißt es weiter, die Leiche habe Wunden unter anderem am Kopf, am Nacken, im Gesicht und am Oberkörper aufgewiesen. Die Polizei teilte mit, die Autopsie habe ergeben, dass die Studentin an mehreren Wunden gestorben sei, die ihr mit einem scharfen oder spitzen Gegenstand zugefügt worden seien. 

In den USA sorgte das Verbrechen für Entsetzen. Im Haftbefehl heißt es, das Opfer habe vor einer Bar auf den von ihr bestellten Wagen gewartet. Auf der Aufzeichnung einer Überwachungskamera ist zu sehen, wie die Studentin in der Nähe einer Menschenmenge steht und ein schwarzer Wagen vor ihr auf einen Parkplatz fährt. Die junge Frau steigt dann hinten in das Auto ein. Später fanden Jäger die Leiche der Studentin in einem abgelegenen Waldstück.

Uber verweist auf Kooperation mit Polizei und Universitäten

In einer Mitteilung Ubers hieß es, jeder in der Firma sei angesichts dieses Verbrechens „am Boden zerstört“. Der Fahrdienst-Vermittler verwies darauf, dass er in den USA seit 2017 mit örtlichen Strafverfolgungsbehörden und mit Hochschulen zusammenarbeite, um die Öffentlichkeit darüber zu informieren, wie falsche Fahrer vermieden werden könnten. Uber sprach der Familie des Opfers Beileid aus.

Ein Uber-Sprecher in Deutschland betonte am Dienstag, dass das Verbrechen nicht von einem Uber-Fahrer verübt worden sei. Das Unternehmen überprüfe den Hintergrund aller Fahrer. In Deutschland arbeite das Unternehmen nur mit lizenzierten Mietwagenunternehmen zusammen, deren Fahrer angestellt seien. 

Diese Fahrer müssten einen Personenbeförderungsschein haben, für den unter anderem ein polizeiliches Führungszeugnis Voraussetzung ist. Uber operiert in Deutschland in Berlin, München, Frankfurt und Düsseldorf.

Der Fahrdienstleister ruft Passagiere ausdrücklich dazu auf, vor dem Einsteigen „zwei wichtige Details“ zu überprüfen: Den Fahrer und das Auto. Wer einen Wagen über die Uber-App anfordert, bekommt dort den Namen des Fahrers, den Fahrzeugtyp und das Nummernschild mitgeteilt. Auch ein Foto des Fahrers ist nach der Bestellung zu sehen. 

Studentin verwechselt Fahrzeuge

Columbias Polizeichef William Holbrook sagte nach dem Fund der Leiche, die Studentin habe über die Uber-App einen Wagen bestellt. „Wir glauben, dass sie irrtümlicherweise in dieses Auto eingestiegen ist und meinte, das sei eine Uber-Fahrt.“

Die Zeitung „USA Today“ berichtete, die 21-Jährige hätte im kommenden Monat ihre College-Ausbildung abschließen sollen. Sie habe dann Jura an der Drexel-Universität in Philadelphia studieren wollen. (dpa)