Berlin - Für die geschäftsführende Familienministerin Katarina Barley weckt der Fall Dieter Wedel den „Eindruck eines Schweigekartells“. Angesichts der Vorwürfe gegen den Regisseur forderte sie eine Debatte über Sexismus und Gewalt gegen Frauen. Dies gelte unabhängig von dem einen prominenten Fall, sagte die SPD-Politikerin dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

„Ich bin normalerweise vorsichtig mit solchen Worten, aber: Wenn sich die Anschuldigungen bestätigen, dann ist das ein Skandal, von dem sehr viele Menschen gewusst haben müssen. Ich hoffe sehr, dass jetzt viele Frauen den Mut finden, ihr Schweigen zu brechen.“

„Eigenartig“, dass Weggefährten keine Stellung beziehen

Barley betonte, es gelte die Unschuldsvermutung. Aber es sei eigenartig, dass so wenige von den vielen Weggefährten aus der Branche Stellung beziehen. „Das erweckt den Eindruck eines Schweigekartells. Ich erwarte hier gerade von den beteiligten öffentlich-rechtlichen Institutionen rückhaltlose Aufklärung“, sagte die Politikerin.

Mehrere Frauen werfen Wedel vor, sie während der gemeinsamen Arbeit sexuell belästigt und sogar vergewaltigt zu haben. Der Regisseur („Der Schattenmann“) wies alle Anschuldigungen zurück. (dpa)