Wiesbaden - Der Name des Tatverdächtigen im Mordfall Lübcke ist mehrmals im NSU-Untersuchungsausschuss im hessischen Landtag gefallen.

Bei einer Zeugenbefragung im Dezember 2015 sei eine Mitarbeiterin des Landesamtes für Verfassungsschutz auf ein Dossier angesprochen worden, in dem mehrere Neonazis von der Behörde als besonders gewalttätig eingestuft worden seien, sagte der Innenexperte der Linken-Landtagsfraktion, Hermann Schaus, am Dienstag in Wiesbaden. Zu den Namen in dem Dossier zählte auch der des Tatverdächtigen Stephan E..

„Den haben wir NPD-Stephan genannt“

In einer NSU-Ausschusssitzung am 26. Februar 2016 fragte Schaus einen ehemaligen V-Mann des Verfassungsschutzes aus der rechtsradikalen Szene konkret nach Stephan E.. Der Zeuge antwortete: „Also ich kannte einen Stephan, ja. Aber den haben wir NPD-Stephan genannt.“ An den Nachnamen konnte sich der Zeuge nicht erinnern.

Stephan E. wird dringend verdächtigt, den Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) Anfang Juni heimtückisch durch einen Kopfschuss getötet zu haben. Die Bundesanwaltschaft geht von einem rechtsextremen Hintergrund aus.

Hessen hatte - ähnlich wie andere Bundesländer und der Bund - die Taten des Nationalsozialistische Untergrund (NSU) und die Reaktion der Sicherheitsbehörden parlamentarisch aufgearbeitet. Dabei ging es konkret um den Mord an dem Kasseler Internetcafé-Betreiber Halit Yozgat 2006. (dpa)